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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2017 | 22:07 Uhr

Lützow : Altes Hortgebäude ist zu haben

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gemeinde Lützow ist auf der Suche nach Mieter oder Käufer für sanierungsbedürftiges Gebäude.

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 11:00 Uhr

Lützow ist zu groß für ein Dorf und zu klein, um Stadt genannt zu werden. Lützow ist irgendwas dazwischen. Knapp 1500 Menschen leben in der Gemeinde, die ein Gemeindehaus mit Bürgermeister-Büro und das Theodor-Körner-Haus mit Saal und Hort unterhält. Die Gemeinde finanziert auch das Feuerwehrgebäude und den Bauhof. Sie kommt zu einem Fünftel für die Schule und mit anderen Gemeinden des Amtes auch für das Amtsgebäude auf. Dazu kommen auch noch der Sportplatz und die Turnhalle. Finanziell auf Rosen gebettet – so wie fast alle Kommunen in Nordwestmecklenburg – ist Lützow nicht. Und deshalb will sich die Gemeinde jetzt auch gerne vom ausgedienten Hortgebäude in der Pokrenter Straße trennen. „Wir sind für Vorschläge offen“, sagt Bürgermeister Tino Waldraff und gab den Gemeindevertretern in der letzten Sitzung mit auf den Weg, sich Gedanken um mögliche Nutzungsmöglichkeiten zu machen

Walter Gaida zückt einen Schlüssel und schließt die Tür auf. Rechts an der Eingangswand sind noch die Umrisse eines Baumes zu sehen, der irgendwann einmal aufgemalt wurde. Die Gänge sind lang gezogen, in regelmäßigen Abständen sind Türen ins Mauerwerk eingelassen. Charmant ist das Gebäude nicht, aber für Walter Gaida zweckmäßig. Seit Mai kommt er oft in den flachen Bau, der fast ausgeräumt ist. Der Jugendclub im Keller ist bis auf weiteres geschlossen, da zuletzt kaum noch Jugendliche den Keller genutzt haben. Die Hortkinder sind schon seit einem Jahr ausgezogen, werden jetzt im rund 100 Meter entfernten, rundum umgebauten Körner-Haus betreut. Doch Ortschronist Walter Gaida ist mit altem Schreibtisch, ein paar Schränken und vielen Erinnerungsstücken aus Lützow in einen Raum eingezogen. „Hier ist die Theodor-Körner-Ecke“, sagt der 80-Jährige und zeigt auf die Wand, an der Tafeln mit viel Wissenswertem über den deutschen Dichter und Dramatiker steht. Auf der anderen Seite des ehemaligen Hortraumes hängen Wappen und betagte Luftaufnahmen der Gemeinde. „Wer will“, sagt Gaida, „kann sich das hier anschauen“.

Geht es nach Bürgermeister Waldraff und den Gemeindevertretern, dann sollen sich demnächst viele Leute in dem Gebäude umsehen. „Wir würden es gerne verkaufen oder vermieten“, so Waldraff.

Errichtet wurde der einstöckige und komplett unterkellerte Bau 1975. Bis Mitte der 90-er Jahre wurde er als Schule genutzt, danach als Hort. Große Sanierungsarbeiten wurden in den vergangenen Jahren nicht vorgenommen. „Vielleicht hat ja ein Unternehmen Interesse, die Räume in diesem Objekt als Büroräume zu nutzen“, schlägt der Bürgermeister vor.

Ein Käufer oder Mieter müsse jedoch, so der 29-Jährige, damit rechnen, dass die Kosten für eine Sanierung des betagten Gebäudes auf ihn zukommen werden. Walter Gaida hofft indes, dass auch bei einem möglichen Verkauf oder einer Vermietung ein Plätzchen für ihn und seine kleine Heimatausstellung vorhanden bleiben wird. Noch ist Platz in seinem Ausstellungsraum. Aber Gaida hat schon viele Ideen, wie er ihn weiter füllen will.

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