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Flüchtlinge im Nordwestkreis : Alte Drahtesel werden in Gadebusch aufpoliert

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Fahrradwerkstatt braucht Nachschub. Arbeitslosenverband hat bislang 31 Zweiräder instandgesetzt

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 23:52 Uhr

„Wir brauchen Fahrräder“, sagt Lydia Schulz und öffnet die Tür zur kleinen Werkstatt auf dem Hof des ehemaligen Hotels Gadebusch. Dort betreibt der Arbeitslosenverband neben der Möbelwerkstatt seit November eine Fahrradwerkstatt. Ziel des Projektes ist es, den in den Amtsbereichen Lützow, Gadebusch und Rehna untergebrachten Flüchtlingen zu mehr Mobilität zu verhelfen.

Nach dem ersten Aufruf im November gab es aus der Region reichlich Unterstützung, wurden 35 Fahrräder als Spende in Gadebusch abgegeben. „Das Projekt wird angenommen. 31 Fahrräder sind aufgearbeitet und ausgeliefert“, so Lydia Schulz.

Gefragt sind keine neuen Fahrräder. „Wir nehmen alles, auch wenn die Räder nicht fahrbereit sind“, sagt Mario Schubert. Gemeinsam mit Eberhard Friedrich sorgt er für Bewegung. Schwergängige Lager, verrottete Ketten, feste Bremsen - Schulz und Friedrich arbeiten sämtliche Bauteile auf. „Fahrräder, mit denen kein Start zu machen ist, dienen als Ersatzteillieferanten“, sagt Friedrich.

An Erfahrungen mangelt es dem Team nicht. Ob als Kind oder im Berufsleben - bei ihnen waren technisches Verständnis und handwerkliches Geschick gefragt. Schubert arbeitete u.a. in den Motorradwerken Zschopau, wo die MZ vom Band lief.

In Gadebusch dreht sich alles um Fahrräder. „Wir haben hier schon Zweiräder aus fünf Ländern in Betrieb genommen. Darunter Fahrräder aus Holland, Deutschland, England, Italien und der Schweiz“, so Schubert. Wenn es sein muss, komplettieren die beiden in der Werkstatt Holländerrahmen mit Bremsen aus der Schweiz, Lichttechnik aus Deutschland und Lenker aus England, damit ein gebrauchsfähiges Fahrrad zur Verfügung gestellt werden kann. Vorausgesetzt, die Menschen aus der Region unterstützen das Projekt weiter mit. „Wer ein Fahrrad spenden möchte, der braucht uns nur anzurufen“, sagt Friedrich. Anschließend werde ein Abgabe- oder Abholtermin ausgemacht.

Initiiert wurde die Fahrradwerkstatt am Runden Tisch in Gadebusch unter anderem auf Anregung der Wohnungsgesellschaft Radegasttal für die drei Amtsbereiche. Lydia Schulz: „Je nach Bedarf werden die aufgearbeiteten Fahrräder über die Wohnungsgesellschaften geordert. Sie sind an die jeweiligen Wohnungen gebunden und stehen bei einem Wechsel der Mieter auch nachfolgenden Flüchtlingen zur Verfügung.“ Ziel sei es, die Mobilität der Menschen zu gewährleisten, damit sich ein selbstbestimmtes Leben vor Ort entwickeln kann. Alle Räder werden von Mitarbeitern der Polizeiinspektion Wismar kodiert.

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