Schlagresdorf : Allem Ende wohnt ein Anfang inne

Seit vierzehn Tagen baut Zimmermann Hanjo Kinz mit seiner Familie und Richtmonteur Karl-Heinz Hüning (li.) ein neues Haus auf dem Weidenhof.
1 von 2
Seit vierzehn Tagen baut Zimmermann Hanjo Kinz mit seiner Familie und Richtmonteur Karl-Heinz Hüning (li.) ein neues Haus auf dem Weidenhof.

Blockbohlenhaus ersetzt niedergebranntes Fachwerkgebäude in Schlagresdorf. Richtfest für Anfang September geplant

svz.de von
13. August 2016, 05:00 Uhr

Weithin sichtbar thront ein riesiger Baukran über den Dächern des Ortes. Präzise lässt der meterlange Bohlen aus finnischer Kiefer einschweben. Der Kran steht auf dem Hof von Familie Kinz und die Holzelemente sind für ihr neues Blockbohlenhaus eines finnischen Herstellers, das nun auf dem Weidenhof entsteht. „Seit 20 Jahren baue ich schon solche Gebäude von dieser Firma auf, die sind sehr beliebt“, sagt Richtmonteur Karl-Heinz Hüning aus Münster.

Es ist jetzt eineinhalb Jahre her, dass ein Feuer das gesamte Hab und Gut der Familie Kinz vernichtete (die SVZ berichtete mehrfach). Doch die Geschehnisse sind immer noch präsent. „Ich war damals im März 2015 mit meinen beiden Töchtern in Rostock, als mein Sohn anrief und sagte, dass das Haus brennt“, erinnert sich Maxi Kinz. Drei Stunden habe ihre Fahrt zurück von Rostock gedauert. Als sie ankam sei das Fachwerkhaus des Weidenhofes nebst vollständigem Inhalt komplett niedergebrannt gewesen. „Mein Sohn hatte gerade noch die Hunde aus dem Haus holen können. Aber alles andere, die Erinnerungen, sämtliche Papiere, alles ist verbrannt“, schildert die dreifache Mutter den Zustand von damals.

Danach gab es eine beispiellose Hilfsbereitschaft der Einwohner von Schlagresdorf und der umliegenden Dörfer, wie zum Beispiel Thandorf und Dechow. Der Bürgermeister von Schlagsdorf, Ingo Melchin, rief zu einer Spendenaktion auf, befreundete Künstler, u.a. Hildes Dorforchester, gestalteten ein Benefizkonzert, bei dem eine Geldsumme von rund 1500 Euro zusammenkam. „Ich erinnere mich, dass ein zehnjähriges Mädchen damals zu weinen anfing und ihr Sparschwein schlachten wollte, um uns mit dem Geld zu helfen“, ist Maxi Kinz heute noch gerührt von der Hilfsbereitschaft der Menschen. Diese habe sie die ganze Zeit über getragen. „Die Brandursache konnte übrigens bis heute nicht ermittelt werden. Unsere Versicherung hat trotzdem gezahlt, aber wir waren natürlich völlig unterversichert“, sagt die Hofbesitzerin. Sie sei nach diesem schrecklichen Vorfall weg gefahren, wollte alles erst einmal hinter sich lassen. Afrika, drei Monate Marokko, die Kinder seien ja schon aus dem Haus gewesen. In dieser Zeit habe sie abschließen können mit dem, was passiert ist. Seit März sei sie nun wieder da. „Nun freue ich mich auf das neue Haus“, sagt sie und verrät, dass so ein Blockbohlenhaus schon immer ein Traum von ihr war. „Vor 25 Jahren wollte ich schon mal mit meiner Familie nach Kanada auswandern. Aber dann war mir das da doch zu kalt, doch der Traum von so einem Haus ist geblieben“, so die Ferienhofbetreiberin.

Dieser Ferienhof mit den Unterkünften und den Pferden, Schafen und Hunden soll zu den Herbstferien wieder seinen Betrieb aufnehmen. Seit zwei Wochen arbeiten der Richtmonteur, Maxi Kinz, Sohn Hanjo, der gelernter Zimmermann ist, und einige Helfer am Aufbau des Blockbohlenhauses. Wenn weiterhin alles glatt läuft, ist bereits für Anfang September das Richtfest geplant.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen