Spezialität aus Gadebusch : Alle wollen Einhorn-Wurst

Produktionsleiter und Chefeinkäufer Marcel Puttkammer ist überwältigt von der Resonanz.
Foto:
Produktionsleiter und Chefeinkäufer Marcel Puttkammer ist überwältigt von der Resonanz.

Fleischwaren Spezialitäten-Hersteller Puttkammer wird wegen neuer Kreation förmlich überrannt

svz.de von
09. Mai 2017, 21:00 Uhr

Mit dieser Resonanz hat im Hause Puttkammer niemand gerechnet: „Das ist Wahnsinn, wir haben nach einer Woche über sechs Millionen Aufrufe unserer Internetseite“, ist der Junior der Firma, Marcel Puttkammer, fassungslos. Dabei handelt es sich nur um eine Bratwurst. Aber ihr Name „Einhorn-Bratwurst“ und das durch Lebensmittelfarbe hervorgerufene, dazu passende Aussehen haben dafür gesorgt, dass das Produkt aktuell der Renner der Günter Puttkammer Fleischwaren-Spezialitäten GmbH ist (die SVZ berichtete).

 

Auf die Idee mit dieser Wurst ist der Produktionsleiter und Chef des Einkaufs von Fleisch, Marcel Puttkammer, in einem Supermarkt gekommen. „Das war im Februar. Da war ich mit meiner Freundin einkaufen und habe eine Frau beobachtet, wie sie aus dem Kühlregal fünf verschiedene Bratwurstpackungen nahm. Völlig planlos hat sie dann irgendeine genommen“, erinnert sich der 28-Jährige. Das sei für ihn Anlass gewesen, sich mehr um die Namen und das Aussehen als Unterscheidungsmerkmal der Bratwurst aus dem Familienbetrieb zu kümmern. „Und das mit dem Einhorn – da haben wir uns nur auf den Zug gesetzt, der gerade rollt. Es existiert ja gerade ein regelrechter Hype auf Produkte, die den Namen Einhorn oder das Logo tragen“, sagt der gelernte Fleischer.

Verkauft wurde und wird diese Bratwurst derzeit nur bei einer Billig-Kette, einem Online-Lebensmittelhändler und bei Puttkammer selbst. Doch durch den Eintrag eines Konsumenten auf der Internetseite eines sozialen Netzwerks wurde die Einhorn-Bratwurst aus der Münzstadt bekannt. Mittlerweile haben bereits verschiedene Medien darüber berichtet, gibt es Anfragen von mehreren Fernsehsendern. Und auch eine große Einzelhandelskette hat jetzt angefragt, will die Wurst deutschlandweit ins Sortiment nehmen. „Ich glaube zwar nicht, dass wir bei der Produktion an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen könnten – fünf Tonnen am Tag sind kein Problem“, ist Marcel Puttkammer optimistisch. Allerdings räumt er ein, dass eventuell andere Produkte des Hauses ins Hintertreffen geraten könnten. „Dann müssen wir eben in zwei Schichten und am Wochenende arbeiten“, will der Junior keine Zweifel aufkommen lassen.

Patentieren lassen wollen sich die Puttkammers dieses Erzeugnis nicht. Erstens gebe es auf ein Fabelwesen kein Patent und außerdem würden die Kosten in keiner Relation zum Gewinn stehen. „Wer weiß, wie lange der Hype anhält. Im nächsten Jahr kann es bereits wieder vorbei sein“, erklärt der Produktionschef.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen