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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. November 2017 | 21:33 Uhr

Breesen : Agrarmuseum wird 25 Jahre alt

vom

Angefangen hat alles vor 25 Jahren mit 15 Ausstellungsstücken. Mittlerweile gibt es im Agrarmuseum in Breesen über 3000 Exponate. Ein hölzernes Butterfass, das um die Jahrhundertwende gebaut wurde, gehört mit dazu.

svz.de von
erstellt am 13.Aug.2012 | 10:52 Uhr

Breesen | Das hölzerne Butterfass, das um die Jahrhundertwende gebaut wurde, gehört mit zu den ersten Exponaten des Breesener Agrarmuseums. "Wir haben es damals, am 6. Oktober 1987, mit einer Zentrifuge, einem Handpflug, einer Egge und weiteren Präsenten zur Einweihung unserer Bauerstube geschenkt bekommen", erinnert sich Erwin Poweleit, Geschäftsführer des Fördervereins. Und erst durch diese 15 Geschenke sei überhaupt die Idee entstanden, in der Breesener Baracke statt einer Bauernstube ein Agrarmuseum einzurichten. "Wir haben diese alten Geräte gesehen und sofort gesagt ,Sollen wir nicht ein Agrarmuseum aus der Bauernstube machen?", erzählt Erwin Poweleit.

Fast genau 25 Jahre ist das jetzt her - und aus dem Grundstock von 15 Ausstellungsstücken ist mittlerweile eine stolze Sammlung von 3221 Exponaten geworden. Genau ein viertel Jahrhundert nach der Gründung des Agrarmuseums soll am 6. Oktober dieses Jahres in Breesen gefeiert werden. "Wir möchten unser 25-jähriges Jubiläum würdig begehen und an diesem Tag unsere Freunde, Mitglieder und Sponsoren zum Besuch im Agrarmuseum einladen", so Poweleit.

Für den Geschäftsführer ist das Jubiläum auch eine Gelegenheit, zurückzublicken - auf das Jahr 1987, als sein Verein die grüngestrichene Baracke, deren Räumlichkeiten in viele kleine Zimmer unterteilt waren, übernahm und Jahr für Jahr zu einem schmucken Fachwerkhäuschen herrichtete. "Wir haben die Räume schrittweise umgestaltet, eingerichtet und ihnen Namen gegeben, so dass wir unsere Gäste heute in der Bauernstube, im Jagdzimmer, im Spinnzimmer und in der guten Stube empfangen können", so Poweleit. Vor viereinhalb Jahren sei die Bauernküche im Anbau hinzu gekommen.

Gelegenheit auch zurückzublicken auf die Entwicklungen rund um den Verein: Mit zwöf Gründungsmitgliedern hat der Förderverein im Jahr 1987 begonnen, "vorwiegend Unternehmen", sagt Poweleit. Heute seien es 20 Unternehmen und 15 Einzelmitglieder, die die Arbeit im Agrarmuseum tatkräftig und mit ihren Mitgliedsbeiträgen unterstützen. "Wir haben im Jahr 2002 begonnen, unsere Besucher zu erfassen", so Poweleit. 2800 Interessierte kamen damals im Schnitt in das kleine Museum mit der großzügigen Außenanlage in Breesen. Heute schwanken die Besucherzahlen zwischen 8000 und 10 000 pro Jahr. In diesem Jahr konnten Erwin Poweleit und seine Mitstreiter bereits 5215 Gäste begrüßen. "Die Anzahl der Besucher ist kontinuierlich gestiegen. Heute ist sie stabil", freut sich der Geschäftsführer.

Rückblick aber auch auf turbulente Zeiten: "Insbesondere die Anzahl der Sponsoren, auf die wir angewiesen sind, schwankt stark", bedauert Poweleit. Die Aufarbeitung und Erhaltung ihrer Ausstellungsstücke sei mit eingeschränkten finanziellen Mitteln weitaus schwieriger geworden. Und ihr knappes Budget sei auch auch ein Grund, warum sie nicht in der Lage seien, das 25-jährige Jubiläum in einem größeren Rahmen zu feiern. "Ein großes Fest, wie beim 20-jährigen Jubiläum vor fünf Jahren, das ist finanziell nicht möglich", so Poweleit.

Und auch die nach wie vor anhaltenden Personalsorgen belasten den 77-Jährigen: "Die letzten Wochen waren turbulent. Drei der Stundenkräfte, die der Verein beschäftigt, haben aus verschiedenen Gründen bei uns aufhören müssen. Somit mussten wir die Öffnungszeiten des Museums mit zwei Mann überbrücken." Ein schwierige Situation, insbesondere da es Wochen gebe, in denen bis zu 300 Besucher ins Museum kämen. "Mit Hilfe des Arbeitsamtes, das das Problem aufgegriffen hat, können heute aber glücklicherweise zwei neue Mitarbeiter bei uns anfangen", freut sich Poweleit. Darunter ein Mann, der sich vorwiegend um die Außenanlagen und die Pflege der bis zu 200 Jahre alten Gerätschaften kümmern wird. Denn die alten Eggen, Pflüge, Kutschen und Traktoren müssen aufwendig gepflegt, die Besucher durch die Ausstellung geführt werden. "Bei uns ist der Besucher die Werbung, der anderen von seinem Aufenthalt bei uns erzählt. Es ist ausgesprochen wichtig, dass bei uns alles betreut wird", betont Poweleit. Und das gehe nur mit ausreichend Personal.

Nach wie vor vakant ist in diesem Zusammenhang auch die Stelle des Geschäftsführers - jener Posten, den Erwin Poweleit seit Jahrzehnten inne hat. "Ich möchte nach wie vor aufhören und meine Position an einen Nachfolger abgeben. Doch es sieht mehr als schwarz aus. Wir könnten von heute auf morgen jemanden einstellen, aber es scheitert an den Gehaltsvorstellungen der Bewerber." Denn das einzige, was der kleine Verein Stelleninteressenten anbieten kann, ist ein ehrenamtlicher Posten mit einer Aufwandsentschädigung.

"Jemanden hauptamtlich zu beschäftigen kommt nicht in Frage", betont Poweleit. Also macht der Gadebuscher "aus Mangel an Alternativen" vorerst weiter - und hofft, dass sich sein Wunsch dennoch irgendwann erfüllt: Eines Tages einfach mal nur als Besucher in das Museum kommen zu können, das er mit aufgebaut hat.

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