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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 15:43 Uhr

Breesen : Agrarmuseum sucht Nachfolger

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Erwin Poweleit will die Geschicke des Museums nach drei Jahrzehnten in andere Hände legen

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Partystimmung in Breesen: Im Oktober feiern Agrarmuseum und Bauernstube Breesen ihr 30-jähriges Bestehen. Einer darf dann natürlich nicht fehlen – Erwin Poweleit. Der heute 81-Jährige ist seit den Gründungstagen des mecklenburgischen Bauernmuseums im Herbst 1987 immer mit anderen vornweg. „Doch es ist an der Zeit, aufzuhören. Es liegt nicht an der Gesundheit oder dass mir das Ganze keinen Spaß mehr machen würde. Aber die Arbeit wird mir einfach zu viel“, sagt der Gadebuscher. Das Museum sucht deshalb einen Nachfolger für den Mann, der dessen Entwicklung über drei Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt hat.

„Ich will nicht, dass meine Frau hier irgendwann anruft und sagt ,Erwin kommt nicht mehr‘. Ich möchte einen Nachfolger finden, das Museum übergeben, vielleicht noch ein halbes Jahr nebenher laufen und meine Erfahrungen weitergeben“, sagt der Museumschef. Doch weit und breit sei kein Nachfolger in Sicht, blieb die Suche erfolglos. „Einmal war einer da, der sprach von einem Anfangsgehalt von 4000 Euro im Monat. Dem habe ich dann gesagt, er könne es damit ja mal in Berlin auf der Museumsinsel versuchen. Was haben diese Leute für Vorstellungen? Das ist hier ein ehrenamtlicher Verein“, erzählt Erwin Poweleit. Denn Betreiber des Museums ist der Verein zur Förderung der Bauernstube und des Agrarmuseums Breesen.

4500 Besucher zählt die museale Einrichtung bereits in diesem Jahr, 8000 werden es nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre bis Dezember wohl sein. Geöffnet hat es mittlerweile aber nur noch an drei Tagen in der Woche sowie an Feiertagen. Für Reisegesellschaften und Schulklassen werden nach Anmeldung allerdings Ausnahmen gemacht. Früher war das Museum an sechs Tagen geöffnet. Doch das schafft das kleine Museumsteam, allen voran Erwin Poweleit, nicht mehr. Geschäftsführer des Vereins, Buchhaltung, Mitglieder- und Spendenwerbung, Reparaturen an Haus und Ausstellungsstücken – das schlaucht.

Dabei fällt dem Urgestein des Agrarmuseums der Abschied alles andere als leicht. Niemand trennt sich mal eben so von einem 30-jährigen Lebenswerk, von derzeit 3458 Ausstellungsstücken. Mit Ausnahme von vier Objekten sind übrigens allesamt Schenkungen und Spenden von Unternehmen oder Privatpersonen. Vom 270 Jahre alten Pflug bis zum Multicar aus DDR-Tagen. Und deshalb wird Erwin Poweleit zumindest wohl noch bis zum 30-jährigen Museums-Jubiläum weitermachen. Das wird am 7. und 8. Oktober gefeiert.

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