Gadebusch : Ärger über verschlossene Pforte

Trotz der Vegetation ist der Weg durch die Zaunpforte für Seniorenwohnanlage-Bewohner Horst Hensel die erste Wahl.
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Trotz der Vegetation ist der Weg durch die Zaunpforte für Seniorenwohnanlage-Bewohner Horst Hensel die erste Wahl.

Anwohner Horst Hensel wünscht die Neuöffnung eines Durchgangs für den kurzen Weg. Kritik an maroden Gehwegen

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12. Mai 2018, 16:00 Uhr

Der Durchgang im Zaun der Wohnanlage der Volkssolidarität ist versperrt – doch das soll so nicht bleiben, wenn es nach Horst Hensel geht. Dort, wo früher ein offener Weg zum nahen Einkaufsladen war, ist die eiserne Pforte mit Draht festgezogen. „Früher konnten die Anwohner hier problemlos durch. Das ging auch mit dem Rollator besser, als über die maroden Fußwege zu kommen oder die hohen Kanten zu bewältigen“, sagt der 91-Jährige. Die knapp 100 Meter mehr zu gehen seien in seinem Alter und mit dem Rollator ein Gewaltmarsch. Einen, der ihm erspart bleiben könnte, wenn das Gatter offen wäre.

Seit er sein Auto abgegeben hat, ist Horst Hensel zunehmend auf den Fußmarsch angewiesen. Da ist jeder weitere Meter ein Kampf. „Selbst wenn der Bürgersteig nicht in einem so desolaten Zustand wäre, würde man doch immer den kürzeren Weg nehmen“, meint der Anwohner.

Hinter dem Zaun – und damit nur einen Katzensprung entfernt – liegen eine Apotheke, ein Zahnarzt und der kurze Fußweg zum Einkaufen. „Das sind ja nicht einmal Wohngrundstücke, wo sich die Bewohner belästigt fühlen könnten“, so Horst Hensel. Der Rentner appelliert nun an die Zuständigen, den Weg wieder zu öffnen. „Selbst ohne weitere Arbeiten oder Befestigungen ließe sich der Durchgang problemlos nutzen.“ Den Vorschlag habe er bereits bei diversen Stellen angemerkt, bisher aber ohne Ergebnis. „Dabei geht es doch nur um ein wenig mehr Verständnis.“

Geschlossen wurde das Gatter laut der Volkssolidarität aber nicht von deren Seite, sondern von der Apotheke. „Es war ja ohnehin eher ein ,Katersteig’, also ein inoffizieller Weg“, so eine Mitarbeiterin der Volkssolidarität. Aus versicherungstechnischen Gründen wollte die Apotheke den Durchgang aber lieber nicht weiter geöffnet halten. „Es geht auch um den Winterdienst. Der findet da nicht statt, weil es kein offizieller Weg ist“, erklärt der Hausmeister der Apotheke, Frank Zimmermann.

Allerdings soll der Hofplatz in naher Zukunft ohnehin umgestaltet werden. Da könne man sich um den Weg natürlich Gedanken machen, so der Hausmeister. Vor allem seitens der Apotheke gebe es Pläne. „Der Wille, einen kurzen Weg zu schaffen, ist auf jeden Fall da“, sagt Frank Zimmermann. Allerdings gehören zur Öffnung der Pforte Zwei. „Auch die Volkssolidarität müsste einen Weg dort errichten.“

Nun müssten sich die Zuständigen seitens der Apotheke und der Volkssolidarität zusammensetzen und die Möglichkeiten abwägen. Mit etwas Glück könnten die Senioren der Wohnanlage aber bald wieder ihren Katersteig nutzen.

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