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Zwischen Lützow und Rehna : Ämter setzen kaum auf E-Mobile

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Landkreis will sukzessive Fahrzeugflotte umrüsten, in den Amtsverwaltungen ist man zurückhaltend. Das Ladestellennetz ist noch dünn gesät

svz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 20:45 Uhr

Die Kreisverwaltung ist Vorreiter auf dem Gebiet der Elektromobilität: Nach dem ersten Fahrzeug, welches bereits vor fünf Jahren angeschafft wurde, sind nun seit Anfang der Woche zwei weitere E-Autos im Bestand. „Mit den neuen E-Autos möchten wir ein sichtbares Zeichen in Richtung Umweltschutz setzen und dem Klimawandel entgegenwirken“, begründet Landrätin Kerstin Weiss (SPD) die Anschaffung. Für sie zähle jeder Schritt und gerade die öffentliche Hand sollte mit gutem Beispiel vorangehen, so die Landrätin.

Auch das Amt Lützow-Lübstorf hat seit etwa zwei Jahren ein E-Auto im Einsatz. Die Leitende Verwaltungsbeamtin Iris Brincker konnte im September 2015 ein solches Fahrzeug 14 Tage lang testen (die SVZ berichtete). Nur wenig später konnte sich die Amtsverwaltung ein Elektrofahrzeug zulegen. „Das läuft über einen Sponsoringvertrag mit der Wemag und ist daher für uns sehr kostengünstig“, erklärt Iris Brincker auf Nachfrage der SVZ. Das Fahrzeug stehe am Verwaltungsstandort in Lützow und werde von den Mitarbeitern aufgrund der geringen Reichweite für kurze Wege in einem Umkreis von 25 Kilometern genutzt. „Aber dafür ist es gut geeignet und trägt zur Verbesserung unserer Schadstoffbilanz bei“, so die Verwaltungschefin. Die übrige Dienstfahrzeugflotte, bestehend aus drei Autos, besteht laut Brincker noch aus herkömmlichen Antriebsaggregaten. „Da die Anschaffungskosten für neue, reichweitenbessere E-Autos noch recht hoch sind, haben wir uns noch so entschieden“, sagt Iris Brincker. Aber in drei Jahren, wenn die nächste Erneuerung ansteht, werde man vermutlich auf solche Fahrzeuge zurückgreifen.

Für Matthias Jankowski, Verwaltungschef des Amtes Gadebusch und Bernd Karnatz, Hauptamtsleiter des Amtes Rehna sind Elektrofahrzeuge in ihren Verwaltungen noch Zukunftsmusik. „Meiner Meinung nach ist die Reichweitenkapazität noch nicht hoch genug“, sagt Jankowski. Er führt ein Beispiel an, nach dem so ein Fahrzeug einer Verwaltung wegen leerer Batterien mal liegengeblieben und abgeschleppt worden sein soll. „Ich finde, es muss erst einmal die dafür nötige Infrastruktur mit Ladestationen aufgebaut werden, bevor so ein Schritt gegangen werden kann“, meint Bernd Karnatz. Beide Ämter planen aber mittelfristig mit der Anschaffung von E-Mobilen, so die Verwaltungschefs.

Die neuen Dienstwagen der Kreisverwaltung schaffen es auf eine Geschwindigkeit von etwa 150 Kilometern pro Stunde bei einer Reichweite je nach Fahrweise von bis zu 300 Kilometern. Ein weiteres Fahrzeug kommt noch in diesem Monat, das vierte neue im März kommenden Jahres hinzu. Ziel ist es, den Fuhrpark der Kreisverwaltung nach und nach auf umweltfreundliche Technologien umzustellen.

Und die Ladestationen? Aktuell ist eine mit zwei Anschlüssen auf dem Parkplatz an der Malzfabrik im Bestand (öffentlich zugänglich), zwei weitere – ebenfalls öffentliche – mit insgesamt vier Anschlüssen werden noch in diesem Monat auf dem neuen Parkplatz des Kreisgebäudes in Wismar entstehen. „Diese Ladestationen werden nur mit rein grünem Strom versorgt“, berichtet Burghard Bohm, Fachdienstleiter Bau und Gebädemanagement. Er wird nun gemeinsam mit Peter Hamouz, Fachdienstleiter Bau und Umwelt, die beiden neuen E-Autos fahren.

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