Es war einmal : Abschied vom Märchenzug

Matthias Schuhmacher trommelt ein letztes Mal für den Märchenzug am Bahnhof Gadebusch, bevor der Zugführer,  Anne Foege (M.) als Zugbegleiterin, Andrea Frenzel als Goldmarie und Renate Kranz als Frau Holle gen Parchim fahren.
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Matthias Schuhmacher trommelt ein letztes Mal für den Märchenzug am Bahnhof Gadebusch, bevor der Zugführer, Anne Foege (M.) als Zugbegleiterin, Andrea Frenzel als Goldmarie und Renate Kranz als Frau Holle gen Parchim fahren.

Verein Sagen- und Märchenstraße verabschiedet sich auf einer Zugfahrt von der Ostseelandverkehr GmbH

svz.de von
08. Dezember 2013, 22:00 Uhr

Einmal in Richtung Parchim und zurück - die Märchenbahn der Ostseeland Verkehr GmbH (Ola)  startete am Sonnabend zur letzten offiziellen Tour auf dieser Strecke durch Westmecklenburg. „Es handelt sich um die Abschiedsfahrt“, sagt Wolfgang Woitag, der Vorsitzende des Vereins der Sagen- und Märchenstraße. Zum letzten Mal setzte sich die farbenfroh mit den Märchenfiguren Ernestus, Frau Holle, Räuber Vieting verzierte Zugeinheit von Rehna über Gadebusch in Bewegung. Ab dem 15. Dezember wird die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) mit der Deutschen Bahn die Befahrung der Strecke übernehmen. Nach 16 Jahren verabschiedet sich damit die Ola von ihren Fahrgästen. Hintergrund ist, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern die Strecken neu ausgeschrieben und an andere Bahngesellschaften vergeben hat.

Für den Verein der Sagen- und Märchenstraße geht damit eine im Sommer 2010 geschlossene Partnerschaft zur Steigerung der Attraktivität der Strecke als auch der touristischen Anbindung an Lützow, Gadebusch und Rehna vorerst zu Ende. Für Woitag ist es das Ende einer guten Geschichte: „Eine schöne Geschichte, die mit der ODEG neu beginnen kann. Wir hatten viel Spaß miteinander, durften mit dabei sein und wünschen der Ola-Bahn allzeit gute Fahrt“, so Woitag. Die Freude, nochmals mit alten Bekannten auf Tour zu gehen, die ist auch Zugbegleiterin Anne Foege ins Gesicht geschrieben, die einen Blick auf den mit 40 Fahrgästen gut gefüllten Gadebuscher Bahnsteig wirft und die letzte Abfahrt aus Gadebusch koordiniert.

Martina Pfützner aus Gadebusch steht am Bahnsteig, wie im Jahr 2010, als das Bahnprojekt in Schwerin aus der Taufe gehoben wurde: „Ein wenig traurig bin ich schon. Ich habe damals die erste Fahrt mitgemacht. Heute nutze ich die Gelegenheit mit meinem Enkel für diese Bahnfahrt.“

Eine märchenhafte Fahrt, denn mit dem Gadebuscher Trommler (Matthias Schuhmann), der Goldmarie (Andrea Frenzel) und Frau Holle (Renate Kranz), steigen drei bekannte Märchenfiguren mit in den Zug. Noch einmal will Renate Kranz ein Buch aus ihrem Korb zaubern und wie auf so zahlreichen Fahrten eine Geschichte zum Besten geben. „Zur Freude der Kinder haben wir so einige Märchenstunden im Zug gegeben“, sagt Kranz.

Vereinschef Wolfgang Woitag erinnert sich an so manch Begegnung auf der Schiene, darunter eine Begleittour mit Ministerpräsident Erwin Sellering. Kriminalistisches Gespür war notwendig, als das im Zug deponierte handgeschriebene Märchenbuch eines Tages verschwand. Kinder sollten darin ihre Erzählungen schreiben. „So wurde das Buch selbst zur Geschichte. Kinder einer Schulklasse hatten es sich ausgeborgt“, erzählt Woitag. Letztlich hatte auch diese Geschichte ein glückliches Ende.

Mittlerweile zeigt die Uhr am Bahnsteig Gadebusch 10.07 Uhr an. Der Zugführer betätigt das Signalhorn. Minuten darauf verschwindet die Märchenbahn unter den Wipfeln des Gadebuscher Stadtwaldes am Horizont.





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