Serie naturnah : Ab in den Winterschlaf

Ein Igel auf den Weg ins Winterquartier
Ein Igel auf den Weg ins Winterquartier

Wissenswertes aus der Natur: Der Igel als stacheliger Gartenhelfer legt sich nun schlafen

svz.de von
22. November 2014, 00:37 Uhr


Wer kennt ihn nicht, den Igel, den kleinen, stachligen Besucher im Garten? Im Sommer und Herbst hat er sich die nötigen Futterreserven angefressen, die die er nun während des Winterschlafes von November bis Mai verbrauchen wird. Besonders wählerisch ist er nicht, neben Insekten, Schnecken und Würmern verspeist er auch gern mal Vogeleier und junge Mäuse.

Gerade im Herbst sieht man leider häufig tote Igel am Straßenrand. Von der Wärme des dunklen Asphaltes werden Insekten angezogen, was wiederum den Igel in die Nähe der Straßen lockt. Sein Schutzinstinkt bei Gefahr ist jedem Kind bekannt: Er rollt sich zusammen und zeigt drohend seine Stacheln. Nur leider kennt er den Unterschied zwischen einem Raubtier und einem nahenden Auto nicht. So fallen in jedem Jahr tausende Igel dem Straßenverkehr zum Opfer.

Als Lebensraum bevorzugt der Igel Hecken, dichtes Gebüsch und Waldränder. Auch in Gärten und Parks fühlt er sich wohl, sofern es darin ein paar „wilde Ecken“ gibt. Laub- und Reisighaufen, verwilderte Büsche und Holzstapel nutzt er als Tagesversteck, Kinderstube und Winterquartier.

Ein Igelhaus auf blitzblanken Rasen, wie in manchem Gartenkatalogen angeboten, nützt dem Igel gar nichts. Wichtig für den Schutz des Igels ist auch der Erhalt von Hecken in der Landschaft. Hecken sind lebende Zäune, Lebensraum für zahllose Tiere, eine Augenweide für uns Menschen und außerdem Windschutz für die Äcker.

Trotzdem fielen sehr viele Hecken der Industrialisierung der Landwirtschaft zum Opfer. Im Biosphärenreservat Schaalsee gehören Hecken zu den geschützten Biotopen und dürfen nicht gerodet oder beschädigt werden. Eine ordnungsgemäße Pflege, das sogenannte „auf den Stock“ setzen, ist dagegen ausdrücklich gewünscht, muss aber zuvor bei der Biosphärenreservats-Verwaltung beantragt werden.Wenn Sie etwas für den Igel tun möchten, so lassen Sie im Garten etwas „Wildnis“ mit Laub und Totholz zu, dann werden Sie abends mit etwas Glück ein ganz besonderes Nachtkino erleben. Igel sind übrigens nicht nur nette Gäste, sondern auch Helfer im Garten, denn auch Nacktschnecken stehen auf ihrem Speiseplan.

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