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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

14. Dezember 2017 | 22:08 Uhr

Hilfe aus Rehna : Ab durch die Wüste

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Jürgen Backsmann aus Rehna plant im Rahmen einer Benifiz-Rallye eine 7500-Kilometer-Tour durch die Westsahara nach Gambia

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erstellt am 11.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Ein Mann, ein Auto, ein Ziel – Gambia. Jürgen Backsmanns Vorbereitungen auf die Rallye seines Lebens laufen auf Hochtouren. In wenigen Wochen will der Rehnaer seinen Opel Movano, Baujahr 1998, durch die Dünen der Westsahara bis nach Banjul, die Hauptstadt Gambias krauchen lassen – alles für den guten Zweck.

Obwohl die Tour „Rallye“ heißt, geht es dort nicht um Geschwindigkeit. „Hier gibt es keinen Sieger“, sagt Jürgen Backsmann. Außer jene, denen das seit 2006 laufende Projekt der Dresden-Banjul-Organisation (DBO) zugute kommt: den Menschen in Gambia. „Wir leisten hier Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt der Rehnaer. Denn die Wagen, die hier in Deutschland günstig gekauft und die 7500 Kilometer von Freiwilligen gefahren werden, bleiben in Banjul. „Sie werden dort in einem großen Stadion versteigert. Der Erlös geht zu 100 Prozent an die Menschen vor Ort.“

Mit dem Geld aus den Autoverkäufen werden humanitäre Projekte unterstützt, beispielsweise eine Armenspeisung oder Ausbildungsstätten für Kraftfahrzeugmechaniker, Tischler und Bäcker. „Wir wollen den Leuten dort helfen, dass das Leben da lebenswerter ist“, sagt Jürgen Backsmann. Neben dem Auto bringt er auch noch einige kleinere Spenden mit. „Etwas Werkzeug, T-Shirts für die örtliche Fußballmannschaft und ein bisschen Spielzeug.“ Backsmanns Gedanke: Fluchtursachen bekämpfen. „Wenn die Leute dort ein gutes Leben führen können und eine Perspektive haben, müssen sie nicht die gefährliche Reise nach Europa auf sich nehmen“, erklärt der 57-Jährige.

Für Backsmann ist es die erste Reise nach Afrika. „Sonst ging es für mich im Urlaub immer in die nördlichen Gefilde.“ Er fährt aber nicht allein. Die Truppe namens „Nordhäuser Wüstenfüchse“ besteht aus fünf Fahrern – zwei Frauen und drei Männer. Einer der Mitfahrer ist Backsmanns Bekannter Michael Samel, der ihm die Abenteuerreise vorschlug. „Er ist schon 2015 mitgefahren, hat mir Fotos von seiner Reise gezeigt und mich so darauf aufmerksam gemacht. Nun will ich mir die Situation vor Ort einmal selbst anschauen“, sagt Jürgen Backsmann.

Gefahren wird mit drei Autos. In Algeciras in Spanien stoßen sie dann zu einem Tross von etwa 40 anderen Fahrzeugen, die von Dresden aus starten. „Wir setzen nach Marokko über, fahren dann gen Senegal und in Kolonne durch die Sahara.“

Das wird dann auch der beschwerlichste Teil der Reise. Während in Frankreich, Spanien und Marokko noch in Hostels übernachtet werden kann, wird in der Wüste im aufblasbaren Zelt geschlafen. „Vorher müssen wir uns mit viel Wasser und einigen Litern Diesel eindecken“, weiß der Rehnaer Rallyefahrer. Außerdem wird die Kolonne einen Begleitschutz bekommen. „Es ist durchaus möglich, dass einige der Wagen es nicht schaffen werden. Auch mein Opel muss für die Wüstenfahrt einen Unterbodenschutz bekommen, damit die Dünen die Ölwanne nicht abreißen.“ Kleinere Reparaturen müssen die Fahrer selbst übernehmen.

Die Benefiz-Reise wird nicht günstig. Zwischen 3000 und 4000 Euro investieren die Fahrer pro Person, inklusive des Autokaufs, Sprit, Essen und einer Startgebühr von 775 Euro. „Dazu kommen ja auch die Impfungen. Hepatitis A und B sind ebenso Pflicht wie Gelbfieber und Tollwut. Für Malaria gibt es keine Impfung, da muss ich Tabletten zur Vorsorge nehmen“, berichtet der Rehnaer.

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