Möllin : Neue Betreiberin fürs Rauchhaus

Am Tag der deutschen Einheit heißen Stephanie Baack und Küchenchef Michael Giertz erstmals ihre Besucher in Möllin willkommen.
Am Tag der deutschen Einheit heißen Stephanie Baack und Küchenchef Michael Giertz erstmals ihre Besucher in Möllin willkommen.

Nach Abi in Gadebusch und Berufsstationen im In- und Ausland startet eine Frau vom Fach im mecklenburgischen Möllin durch.

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18. September 2019, 20:00 Uhr

Ein Generationswechsel bahnt sich bei dem über die Region Gadebusch hinaus bekannten Rauchhaus Möllin an. Es wird künftig von Stephanie Baack geführt, die beruflich bereits in Deutschland, Italien und Spanien tätig gewesen ist.

Betriebswirtschaftslehre studiert

Nach ihrem Abitur 2005 in Gadebusch durchlief die Roggendorferin zunächst eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in Lindau am Bodensee. Anschließend absolvierte sie ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre mit der Fachrichtung Hotel und Gastronomie.

Nach ihren Stationen im Ausland kehrte Stephanie Baack schließlich zurück nach Norddeutschland, arbeitete zunächst für eine niederländische Hotelkette in Hamburg und ging dann in Elternzeit. Danach fing sie als Büroangestellte in der Fleischerei Speck in Möllin an und konnte nahezu täglich auf das nur einen Steinwurf entfernte Rauchhaus Möllin schauen.

Start am Tag der deutschen Einheit

Als sich abzeichnete, dass die bisherige Betreiberfamilie offenbar einen Interessenten für das Rauchhaus sucht, griff Stephanie Baack zum Telefon und bat um ein persönliches Gespräch. Danach wurde die Übernahme des Rauchhauses konkreter und beide Seiten fanden eine Einigung. Das Resultat: Am Tag der deutschen Einheit möchte Stephanie Baack in Möllin starten und zunächst die zum Rauchhaus gehörende Veranstaltungsscheune von 11 Uhr an für Besucher öffnen. Neben Kaffee und Kuchen will sie dort künftig donnerstags bis sonntags gutes Essen mit Geschmack und auf Basis frischer Produkte anbieten. „Schickimicki-Gerichte oder Tütensuppe wird es bei uns daher nicht geben“, sagt Baack.

Der Herr der Küche wird der Stralendorfer Michael Giertz sein. Neben einer Kochausbildung absolvierte der 30-Jährige zuletzt in Möllin eine Lehre zum Fleischer und schloss diese als bester Geselle seines Jahrgangs ab. Momentan ist er dabei, altbewährte Rezepte zusammenzutragen. „Meiner Oma habe ich zum Beispiel gerade das Rezept für Sauerfleisch aus den Rippen quetschen können“, sagt Michael Giertz mit einem Augenzwinkern.

Sprung ins kalte Wasser

Für Stephanie Baack und Michael Giertz ist es der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser. „Vom 3. Oktober an wollen wir Stück für Stück und mit Unterstützung unserer Familien auf eine große Neueröffnung im Frühjahr nächsten Jahres hinarbeiten. Bis dahin heißt es Ärmel hochkrempeln“, sagt Stephanie Baack. Dabei sei sie sich darüber im Klaren, dass es sich bei dem Anwesen in Möllin um ein Kulturgut handele und dies solle auch so bleiben.

Das Rauchhaus aus dem 18. Jahrhunder ist nicht nur ein Denkmal, sondern wird seinem Namen auch gerecht. Es ist eines der wenigen Gebäude seiner Art, das noch nahezu im Originalzustand erhalten geblieben ist.

Es gibt übrigens auch eine familiäre Verbindung, die Stephanie Baack zum Mölliner Rauchhaus hat. So war einst der Großvater ihres Mannes im Rauchhaus geboren worden. Dass die Roggendorferin nun die Chance erhält, sich dort einen Traum zu erfüllen, dafür sei sie der bisherigen Betreiberfamilie dankbar.

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