Gadebusch : Neuer Termin für Jugendweihe - Definition von Großveranstaltung gefordert

Junge Leute bei einer Jugendweihe in Gadebusch. Die Feiern, die an diesem Sonnabend im „Kreml“ geplant waren, soll es nun am 15. August geben.
Junge Leute bei einer Jugendweihe in Gadebusch. Die Feiern, die an diesem Sonnabend im „Kreml“ geplant waren, soll es nun am 15. August geben.

In Gadebusch sind Feierstunden am 15. August vorgesehen – Verein fordert Landesregierung zur Definition von Großveranstaltungen auf.

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25. April 2020, 05:00 Uhr

Am heutigen Sonnabend sollten 150  junge Leute ihre Jugendweihe in Gadebusch bekommen. Auf die Feier hatten sich die 13- bis 15-Jährigen gefreut und vorbereitet. Doch aufgrund der Corona-Pandemie mussten die beiden Durchgänge im „Kreml“ abgesagt werden. Nun steht ein neuer Termin fest: Sonnabend, 15. August. Die Durchgänge für die Jugendlichen – die meisten von ihnen besuchen Schulen in Gadebusch, Lützow,  Mühlen Eichsen und Rehna, es gibt aber auch Anmeldungen aus Schleswig-Holstein – sollen um 10 und um 12.30 Uhr starten.

Allerdings steht der neue Termin noch unter Vorbehalt, „denn wir wissen nicht, was die Landesregierung unter Großveranstaltungen versteht“, sagte  Annett Missiaen von der Geschäftsstelle Boizenburg/Gadebusch/Hagenow des Vereins Jugendweihe Mecklenburg-Vorpommern. In der Münzstadt sollen bei der ersten Feierstunde 80 und bei der zweiten 70 Mädchen und Jungen die Jugendweihe erhalten. Pro Durchgang, so schätzt die Jugendberaterin, wären dann 500 bis 600 Menschen im „Kreml“.

Vorbereitungskurse ausgefallen

„Leider mussten aufgrund der Pandemie auch einige Vorbereitungskurse und Fahrten ausfallen. Wir hoffen, dass diese nachgeholt werden können“, sagt Missiaen. Die Jugendweihe-Geschäftsstelle in Gadebusch, An der Kirche 7, ist für Rückfragen montags von 15 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr erreichbar.

Jörg Ahlgrimm, Geschäftsführer des Vereins Jugendweihe Mecklenburg-Vorpommern, verspricht: „Wir werden alles daran setzen, dass die Jugendweihe im August in Gadebusch angeboten werden kann, ebenso wie die offene Jugendarbeit.“ Weil die Landesregierung noch keine Aussage zur Größe möglicher Veranstaltungen getroffen habe, sei aktuell die Verunsicherung groß. „Wie viele Personen müssen zusammenkommen, um von einer  Großveranstaltung sprechen zu können? Diese Grundsatzaussage fehlt im Land.  Das muss schnell geklärt werden.“

Sollte auch der August-Termin nicht möglich sein, will Ahlgrimm einen Plan B, sprich Ausweichtermine im September oder Oktober, präsentieren: „Wir möchten die Jugendweihefeiern, auch die in Gadebusch, auf jeden Fall in diesem Jahr anbieten.“

Großer finanzieller Verlust

Landesweit soll es 350 Feiern mit 5000 jungen Leuten und 35 000 bis 40 000 Gästen geben. Sollten die nicht möglich sein, würde der Verein mit einem großen finanziellen Verlust konfrontiert sein. „Zum Glück gab es bisher keine einzige Stornierung. Die Eltern halten uns die Treue“, freut sich Ahlgrimm. „Leider bekommen wir keine Landesförderung. Wir müssen mit den Teilbeiträgen der Eltern und dem Erlös aus dem Verkauf der Gästekarten auskommen. Klar ist: Sollte es eine Stornowelle geben, also viele Menschen ihre Beiträge zurückfordern, würde das der Verein nicht überleben. Das ist eindeutig.“

Der Geschäftsführer hatte im vergangenen Monat angekündigt, eine Aufsplittung auf kleinere Feiern mit weniger Personen zu prüfen. Diese Idee ist jetzt vom Tisch. „Wir müssen im wirtschaftlichen Rahmen bleiben und die Räume und Künstler bezahlen“, begründet Jörg Ahlgrimm.

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Veranstaltungen an mehreren Orten

Die Jugendlichen haben sich seit Herbst 2019 auf den für sie wichtigen Tag im Leben vorbereitet. Der Jugendweihe-Verein organisierte Veranstaltungen an mehreren Orten. In Gadebusch konnten die Jugendlichen zum Beispiel bei Kursen Cocktails mixen und Graffiti sprühen, eine Fahrschule kennenlernen, einen Ersthelfer-Schein bekommen, das Schminken lernen sowie über das Erwachsenwerden diskutieren. In Roggendorf gab es Anfang Februar einen Selbstverteidigungskurs.

Ahlgrimm nennt die Angebote in Gadebusch „Leuchttürme im Land“ und  betont, dass die Feierstunden mit Festrednern, Musik und Urkundenübergabe „völlig unpolitisch und unabhängig jeglicher wirtschaftlicher Richtung“ sind.

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