Gadebusch : 5500 Jobs im Landkreis befristet

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IG Bau Mecklenburg kritisiert Zeitverträge und sieht sie als Problem bei Berufsstartern und Frauen.

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12. Juni 2019, 05:00 Uhr

In Nordwestmecklenburg haben rund 5 500 Beschäftigte einen befristeten Arbeitsvertrag. Das sind 7,5 Prozent aller Arbeitnehmer im Landkreis, teilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) Zahlen des aktuellen Mikrozensus mit.

Bei der IG Bau Mecklenburg sorgt das für Kritik. „Es kann nicht sein, dass Unternehmer trotz der guten Lage am Arbeitsmarkt weiterhin so stark auf Befristungen setzen“, sagt IG Bau-Bezirksvorsitzender Jörg Reppin. Anders als bei einer Schwangerschaftsvertretung oder einer Probezeit gäbe laut Gewerkschaft oft keine zwingenden Gründe für eine Befristung. Gerade für Berufsanfänger ein Problem.

Besonders betroffen: Jobs in der Gebäudereinigung

Reppin: „Wer als Berufsstarter eine Familie gründen oder einen Kredit für die eigene Wohnung oder fürs Auto bekommen will, der braucht keine Zitterpartie, sondern einen sicheren Job.“ Bundesweit waren nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 2018 38 Prozent aller Neueinstellungen befristet. Besonders betroffen: Jobs in der Gebäudereinigung sowie Frauen.

Reppin fordert: „Die Bundesregierung muss jetzt mit ihrem Versprechen Ernst machen und Zeitverträge per Gesetz eindämmen.“ Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD festgeschrieben, Befristungen ohne konkreten Sachgrund einzudämmen. In Betrieben mit mehr als 75 Beschäftigten sollen solche Zeitverträge künftig auf maximal 2,5 Prozent der Belegschaft begrenzt werden.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will dazu noch vor der Sommerpause einen Gesetzentwurf vorlegen. Bislang ist die Befristung eines Arbeitsvertrages ohne sachlichen Grund prinzipiell bis zu zwei Jahre lang erlaubt. In diesem Zeitraum kann ein befristeter Arbeitsvertrag in der Regel maximal dreimal verlängert werden.

Weiterlesen: Kritik der Gewerkschaft: 17.500 Rostocker Beschäftigte haben nur Jobs auf Zeit

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