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Ob mit Marmelade oder Pudding : 6000 Berliner für Silvester gebacken

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Der Duft von Marmelade und Hefeteig liegt in der Backstube in der Luft. Denn die Mitarbeiter bereiten etwa 6000 Berliner für Silvester vor. Und zum Jahresausklang gibt es traditionell bei vielen Menschen Berliner.

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erstellt am 30.Dez.2012 | 05:17 Uhr

Gadebusch | Der Duft von Marmelade und Hefeteig liegt derzeit in der Backstube Klug in der Luft. Denn die Mitarbeiter bereiten etwa 6000 Berliner für Silvester vor. Und zum Jahresausklang gibt es traditionell bei vielen Menschen in der Region Berliner, auch als Pfannkuchen bekannt. Das Hefeteiggebäck gehört für viele Gadebuscher zu Silvester dazu wie Bleigießen oder Raketen.

Das so genannte Siedegebäck muss für die Kunden der Backstube hergestellt und verkauft werden. Da macht der Sonntag vor Silvester keine Ausnahme. Im Gegenteil. Der Arbeitsaufwand ist gerade an diesem Tag besonders hoch. "Das ist die anstrengendste Zeit im Jahr. Wir werden die ganze Nacht auf den Beinen sein, um die Berliner zu backen", erklärt Bäckerin Sylvia Braun, die seit 17 Jahren in der Backstube Klug angestellt ist. Zusammen mit ihren Kolleginnen Gerlinde Peterson und Veronika Glaser beginnt sie schon ein paar Tage vorher mit der Gebäckproduktion. Für die Herstellung der vielen Pfannkuchen, Schürz- und Spritzkuchen werden sie drei Backgeräte beanspruchen. Insgesamt legen neun Bäcker eine Nachtschicht von Sonntag auf Montag für die Vorbereitung des Gebäcks zu Silvester ein. Die Berliner werden schwimmend in Fett ausgebacken und bestehen aus süßem Hefeteig mit einer Füllung aus Marmelade oder Pudding. Auf der oberen Hälfte sind sie mit Zuckerguss überzogen oder mit Kristall- oder Puderzucker bestreut. "Dann ist es eine scherzhafte Sitte, einzelne Exemplare zum Beispiel mit Senf zu füllen, ohne dass man ihnen das von außen ansehen kann", sagt Bäckermeister Andreas Klug schmunzelnd. Langjährige Kunden bekommen häufig so einen Berliner mit in die Tüte. Füllungen mit Champagner oder Pflaumenmus habe es auch schon gegeben, diese konnten sich aber nicht durchsetzen.

"Ich erinnere mich gern an unsere Silvesterfeiern, wenn wir um Mitternacht die Berliner verteilen und essen. Eine Bekannte untersucht ihren immer ganz genau, um nicht in den mit Senf gefüllten Pfannkuchen zu beißen", sagt Sylvia Braun. Nach wie vor isst sie gern das Gebäck. Ihre Kollegin Gerlinde Peterson fügt lachend hinzu: "Ich mag keine Berliner mehr essen. Erst recht nicht, wenn ich sie gerade gebacken habe." Die Bäckerin arbeitet ebenfalls seit 17 Jahren in der Backstube Klug. "Das Besondere ist, dass wir nach Großmutters Art backen. So etwas gibt es bei den Backwaren im Supermarkt nicht", betont Sylvia Braun. Denn Bäckermeister Andreas Klug bevorzugt die traditionelle Backart nach eigenen, teilweise überlieferten Familienrezepten, die Bäckerei besteht bereits in der fünften Generation. "Zwar gibt es in Supermärkten abgepackte Berliner, die man schnell in den Einkaufswagen legen kann, doch geschmacklich gibt es einen Unterschied zu den Pfannkuchen nach eigenem Rezept", verdeutlicht Klug. Dass die Leute, die in der Backstube arbeiten, aus der Region kommen und vor Ort produziert wird, sei etwas Besonderes. Davon können sich die Gadebuscher, Rehnaer und Lützower beim Essen der Berliner heute selbst überzeugen.

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