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Ausstellung im Grenzhus in Schlagsdorf : 50 Quadratmeter Leben in der DDR

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gut 100 Gadebuscher Gymnasiasten präsentieren im Grenzhus Schlagsdorf Erinnerungen an eine Zeit, die sie selbst nicht erlebt haben

svz.de von
erstellt am 08.Apr.2016 | 05:05 Uhr

Welche Spuren vom Leben in der DDR sind heute noch in Gadebusch, im ehemaligen Grenzkreis, in Schlagsdorf und auch in dem geschleiften Dorf Lankow im früheren Sperrgebiet zu finden? Was erzählen Erinnerungsstücke, Fragmente und Gebrauchsgegenstände der damaligen Zeit? – Fragen, denen gut 100 Zehntklässler des Gadebuscher Gymnasiums gemeinsam mit der bildenden Künstlerin Renate U. Schürmeyer nachgegangen sind und deren Antworten sie ab 16. April in der Sonderausstellung „lieber vergessen“ im Grenzhus Schlagsdorf präsentieren.

„Einerseits ist dies ja ein Schulprojekt, an dem wir teilnehmen müssen. Aber andererseits ist die Thematik total interessant. Wie ist es, in einem goldenen Käfig zu leben, eingesperrt zu sein, die Propaganda zu erleben? Dies aufzuarbeiten war sehr spannend“, sagt Nick Mucha. Der 17-Jährige wohnt in Schlagsdorf, hat hier vorher die Schule besucht. Eine, die früher ja auch kommunistisch gewesen sei, sagt er. Und die Lehrer hätten viel aus der DDR-Zeit erzählt.

Gut 50 Quadratmeter misst der Ausstellungsraum im Erdgeschoss, in dem die Schüler ihre Arbeiten präsentieren werden. Gestern bauten vier von ihnen die Ausstellung gemeinsam mit Renate U. Schürmeyer, deren Ehemann Johannes sowie Annika Fimmel auf. Die 30-Jährige unterrichtet Kunst und Latein am Gadebuscher Gymnasium, betreute schulseitig das durchaus anspruchsvolle Projekt. „Am Anfang hätte ich nicht gedacht, dass so viel zustande kommt. Für die Schüler ist die DDR ja nur Geschichte. Und so lief das Projekt tatsächlich etwas zäh an. Aber nach zwei Wochen hat es geknallt und dann ging die Arbeit los. Die Schüler kamen nach der Schule sogar freiwillig zu mir in den Kunstraum und fragten, ob sie weiter an dem Projekt arbeiten dürften“, so die Lehrerin.

Besucher der Ausstellung dürfen sich auf originale Gebrauchsgegenstände, selbst gestaltete Modelle, Plakate und vor allem auch Gedanken der Schüler zur Vergangenheit freuen. 50 Quadratmeter Leben in der DDR. Absolut sehenswert.

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