Tierheim Roggendorf : 20 Jahre Hilfe für verstoßene Tiere

Staffelstabübergabe: Maike Jessen hat am 1. Januar dieses Jahres den Vereinsvorsitz von Gründungsmitglied Annette Herbing (v.l.) übernommen.  Fotos: peter täufel
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Staffelstabübergabe: Maike Jessen hat am 1. Januar dieses Jahres den Vereinsvorsitz von Gründungsmitglied Annette Herbing (v.l.) übernommen. Fotos: peter täufel

Der Tierschutzverein Roggendorf feiert in diesem Jahr Jubiläum / Großes Geburtstagsfest ist für den September geplant

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26. Juni 2017, 04:41 Uhr

Der Tierschutzverein Roggendorf, der auch das Tierheim im Ort betreibt, ist in den 20 Jahren seines Bestehens zu einer Institution geworden: Bis zu 40 Hunde und 70 Katzen, diverse Kleintiere wie Meerschweinchen, Kaninchen oder Vögel werden als Fundtiere dort betreut. „Wir beschäftigen dafür sieben Teilzeitkräfte und Auszubildende“, so Maike Jessen, Vorsitzende des Vereins. Seit zehn Jahren sind sie auch Ausbildungsbetrieb. Zusätzlich zum Tierheim werden von den Tierschützern drei große Futterstellen für jeweils etwa 16 verwilderte Katzen in der Region unterhalten und jährlich zirka 300 Kastrationen bei Vertretern dieser Spezies durchgeführt.

„Mit einem großen Artikel in der Schweriner Volkszeitung hat alles angefangen. Darin lud der Tierschutzverein Ratzeburg im Frühjahr 1997 alle Interessierten in einen Gadebuscher Gasthof ein“, erinnert sich Annette Herbing. Hintergrund war, dass die Ratzeburger es leid waren, ständig die Hunde und Katzen aus dem westlichen Teil des Kreises Nordwestmecklenburg aufzunehmen. Die nächste Anlaufstelle war erst der Tierschutzverein Wismar mit seinem Heim in Dorf Mecklenburg, welches drei Jahre zuvor eingerichtet wurde. „Nach mehreren Treffen gründeten wir dann am 5. Juni 1997 mit neun Mitgliedern aus Rehna, Grevesmühlen sowie Gadebusch und Umgebung den Tierschutzverein Gadebusch-Rehna-Grevesmühlen, aus dem wenig später der Tierschutz Roggendorf und Umgebung e.V. hervor ging“, erzählt Herbing. Sie zählt zu den Gründungsmitgliedern und übernahm zwei Jahre später den Vorsitz.

Ein Tierheim gab es damals noch nicht und die Arbeit der ausschließlich ehrenamtlich tätigen Tierfreunde war zunächst von Geld- und Erfahrungsmangel geprägt. Nicht aber am Mangel von gutem Willen. „Bald hatten wir ganz viele Tiere und fast alle wurden bei mir abgegeben, da ich einen großen Hof besaß. Die anderen Mitglieder hatten nur begrenzt Platz“, berichtet Annette Herbing und Jutta Werner fügt hinzu: „Da wäre beinahe ihre Familie dran zerbrochen. Als dann ständig 15 Hunde und mehr dort rumliefen, hat die ihr die ,Pistole auf die Brust gesetzt‘“, verrät sie. Jutta Werner ist eine der langjährigen Unterstützer, die durch viel Engagement, Zeit und auch Geld dem Verein und seinen Fundtieren geholfen hat. Viele Tierfreunde hielten damals die Tierschutzarbeit mit Sach- und Futterspenden am Leben. Glücklicherweise konnten die Vermittlungsgebühren für die Tiere größtenteils die anfallenden Tierarztkosten decken.

Die Wende zum Besseren kam dann zur Jahrtausendwende, als mit Unterstützung der Tierschutzorganisation „Aktion Tier“ das Gebäude der ehemaligen Broiler-Mastanlage in Roggendorf gekauft und als Tierheim betrieben wurde. „Ganze 40 000 Euro sollten die Gebäude kosten – wir hatten gerade mal 1000 Euro zur Verfügung. Ohne diese Hilfe hätten wir das nie geschafft“, so Annette Herbing.

Bereits 2005 bekam das Tierheim Roggendorf den Preis des Landwirtschaftsministeriums als ein besonders artgerechtes Tierheim verliehen. Und mittlerweile kommen neben den Ämtern Gadebusch und Schönberger Land, die von Anbeginn verlässliche Partner waren, die meisten Ämter ihrer Verpflichtung nach, das Tierheim zu unterstützen. „Denn laut Gesetz ist jedes Ordnungsamt dazu verpflichtet, für die Unterbringung seiner Fundtiere aufzukommen“, sagt Maike Jessen, die Anfang des Jahres den Vorsitz des Tierschutzvereins übernommen hat. „Wir wollen unser 20-jähriges Bestehen ganz groß feiern – auf unserem Sommerfest im September“, verkündet sie. Als prominenten Gast haben die Tierschützer den Minister für Landwirtschaft und Umwelt MV, Till Backhaus (SPD) eingeladen. Eine Zusage haben sie allerdings bisher noch nicht erhalten.

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