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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 18:05 Uhr

Meetzen : 20 Jahre Feuer und Flamme

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der Leiter des Landesfeuerwehrmuseum MV, Uwe Rosenfeld, zieht Bilanz über die Saison 2014 und gibt Einblicke für Pläne im Jubiläumsjahr

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erstellt am 05.Jan.2015 | 00:04 Uhr

„Ich glaube, in 100 Jahren wird es kein Feuer mehr geben“, sagt Uwe Rosenfeld. Im Leben des Leiters des Landesfeuerwehrmuseums MV ist das brennende Element ist ein fester Bestandteil. Rosenfeld ist nicht nur Geschäftsführer des Museums, das sich ganz der Brandbekämpfung durch die Feuerwehr beschäftigt. Auf 2000 Quadratmetern stellt das Museum etwa 6000 Exponate aus – Uniformen, Schutzkleidungen, Test- und Prüfgeräte, Feuerlöscher und circa 50 historische und ausgediente Fahrzeuge. „Wir haben sogar drei Handdruckspritzen, die nur bis 1920 hergestellt wurden“, erklärt der Historiker.

2014 war für das Museum ein gutes Jahr. Rund 1800 Besucher kamen während der Saison von Mai bis Oktober nach Meetzen. Im November hat das Museum mit Depot und Restaurierungswerkstatt einen Partnervertrag mit dem Unesco Biosphärenreservat Schaalsee geschlossen.

Damit erklären sich Uwe Rosenfeld und der Verein, der das Museum betreibt, mit den Zielen des Biosphärenreservates einverstanden. „Es geht dabei um die Bewahrung des Kulturerbes und die Durchführung von Umweltbildungsmaßnahmen“, liest er von der Urkunde vor, die im Dezember offiziell vom Amtsleiter des Biosphärenreservats übergeben wurde. Ein weiterer Aspekt dieses Zusammenschlusses sei die touristische Förderung. Das Museum selbst hat sich zum Ziel gesetzt, die Feuerwehren und Gemeinden bei ihren Veranstaltungen zu unterstützen.

„Fast alle Fahrzeuge des Museums sind restauriert und voll einsatzfähig. Sie werden zu Feuerwehrjubiläen und Oldtimerveranstaltungen eingesetzt“, sagt der 61- Jährige.

Sein persönlicher Höhepunkt im letzten Jahr war eine Reise auf den Spuren des Schutzpatronen der Feuerwehr, dem Heiligen Sankt Florian. „Wir sind dafür nach Österreich gereist und haben Wirkungsstätten des Schutzpatrons besucht“, erzählt Uwe Rosenfeld. Dafür seien die Reisenden nach St. Florian gefahren und haben das dortige Feuerwehrmuseum in einem Stift aus dem 18. Jahrhundert besucht. „Es ist so ganz anders. Alles, was wir hier ausstellen, sind eigene Exponate, die wir erworben haben. In Österreich sind es alles Leihgaben“, erzählt Uwe Rosenfeld. Für ihn als Historiker war dieser Ausflug besonders wichtig, um sich ein eigenes Bild zu machen, statt nur drüber zu lesen, wie er sagt.

Besonders erfreut war der heute noch selbst aktive Feuerwehrmann über eine sogenannte Interessenbekundung. „Durch Eu-Förderprogramme soll künftig hier in Meetzen ein neuer Raum für Sonderaustellungen geschaffen werden“, berichtet er freudig. Derzeit laufe die Bekundung, in der Hoffnung, den 140 Quadratmeter großen Raum zur Saisoneröffnung 2016 mit Leben zu füllen. „Ich träume von einer Sonderausstellung zur Kulturgeschichte des Feuers, denn ich glaube, dass es in vielen Jahren kein Feuer mehr geben wird.“

Für Rosenfeld befindet sich die Beziehung der Menschheit zum Feuer in einem Umbruch. „Die Urmenschen haben Feuer entdeckt, um Nahrung zu garen. Dadurch entwickelten sie sich weiter, ihre Gehirne wuchsen, Technologie entwickelte sich“, so der 61- Jährige. Und heute: Autos fahren elektrisch, geheizt wird mit erneuerbaren Energien, selbst Rauchen ließe es sich heute elektronisch, scherzt er. Um diese Entwicklung aufzuzeigen, hofft der Historiker auf eine Umsetzung des Sonderausstellungsraumes. Bis es soweit ist, feiert das Museum in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum mit einem Wochenende der offenen Tür. „Für den Sommer ist geplant, freien Eintritt zu gewähren, ein Oldtimertreffen zu veranstalten und Einblicke in die Feuerwehrgeschichte zu geben.“

 


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