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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 04:55 Uhr

Gadebusch : 20 Jahre Autonomie und Punkrock

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der Verein Kultur und Toleranz feierte trotz starken Regens sein Bestehen

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Es klingt ein wenig wie Peter Pan in seinem Nimmerland: Der Traum, gemeinsam und zwanglos Zeit miteinander zu verbringen. Genau dieser Traum war vor 20 Jahren Anlass zur Gründung des Vereins Kultur und Toleranz (KuT). Jetzt feierten die mittlerweile erwachsenen Mitbegründer und Freunde ihr Jubiläum.

„Der KuT hat viele hier geprägt“, sagt Timmi Hennich. Seit 2013 ist er im Vorstand des Vereins, seit 2016 Vorsitzender. Er begleitet den Verein schon lange, der sich offen für jeden zeigt und für viele Gadebuscher zum Anlaufpunkt wurde.


Toleranz wird hier groß geschrieben


„Unser Name ist Programm“, sagt der Vorsitzende im Hinblick auf die Toleranz. „Wenn man das richtige Weltbild mitbringt“, betont Stefanie Manthey vom Verein. Rechtes Gedankengut oder Ausgrenzung sind im KuT nicht willkommen. Dafür aber jeder, der seine Zeit frei gestalten will. Dafür bot der Verein Interessierten allerlei Möglichkeiten an.

Von Konzerten über Kinderzeltlager – in den ersten drei Jahre nach der Gründung – bis zu einer eigenen Fahrradwerkstatt und Möglichkeiten, sich handwerklich zu betätigen. Die Arbeiten im Verein und das Zusammensein in der Gruppe habe laut Stefanie Manthey viele nachhaltig geprägt. „Viele von uns sind entweder in der Pädagogik gelandet oder im Handwerk“, sagt sie.

Dabei war der Weg nicht immer ohne Steine. Seit 2007 ist der Verein in der Straße Amtsbauhof angesiedelt. Das Gebäude wurde vom Verein selbst aufgehübscht. „Anfangs war hier nichts außer einer Stahltür“, erinnert sich der Vorsitzende. Davor hatte der Verein eine Baracke als Vereinshaus benutzt. Wegen Baumaßnahmen mussten sie diese dann aber 2005 verlassen. „Wir saßen so zwei Jahre auf der Straße“, sagt Timmi Hennich.


Und plötzlich eine Tradition gegründet


Aus Mangel an Alternativen und weil sie das Vereinsleben dennoch nicht einschlafen lassen wollten, erfand der Verein in den zwei Jahren ihrer Heimatlosigkeit die „Sommerschlacht“. Dabei handelt es sich um ein – mittlerweile gut etabliertes – Punkrock-Festival.

Einmal im Jahr findet es mit viel lauter Musik, guter Laune und Musiker sowohl aus der Umgebung als auch internationale Gruppen statt. Musizieren ist ohnehin eines der Standbeine des Vereins. „Hier haben sich schon einige Band gegründet. Wer Bock hat, Musik zu machen, kann einfach herkommen“, erzählt Stefanie Manthey.

Bei der Jubiläumsfeier war zumindest tagsüber keine Musik auf dem Vereinsgelände zu hören. Die vor dem Vereinsgebäude aufgebaute Bühne blieb wegen des Regens leer, die Besucher suchten unter Dächern Schutz. Auch der Graffiti-Workshop für Kinder fiel ins Wasser. Stefanie Manthey vom Verein für Kultur und Toleranz sieht es gelassen. „Mit Sonne wäre das Fest schöner gewesen. Aber später geht es eh rein.“

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