Ratzeburg: Spezialklebstoff löste chemische Reaktion aus : 120 Kinder aus Herberge evakuiert

Ein Atemschutztrupp brachte den qualmenden Eimer aus dem Gebäude ins Freie und löschte ihn dort ab.
Ein Atemschutztrupp brachte den qualmenden Eimer aus dem Gebäude ins Freie und löschte ihn dort ab.

Ein plötzlich qualmender Eimer in der Jugendherberge hat in Ratzeburg einen Großeinsatz ausgelöst. Die zu diesem Zeitpunkt dort untergebrachten 120 Schüler, 30 Lehrer, Betreuer und Mitarbeiter wurden sofort evakuiert.

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21. September 2012, 07:35 Uhr

Ratzeburg | Ein in einem Wirtschaftsraum der neuen Jugendherberge an der Reeperbahn abgestellter und plötzlich qualmender Eimer hat in Ratzeburg einen Großeinsatz ausgelöst. Nach ersten Erkenntnissen war der durch Bauarbeiter geöffnete und mit einem Zweikomponentenkleber gefüllte Blecheimer zusammen mit anderen Baustoffen in einem Nebeneingangsbereich der Herberge abgestellt worden. Eine unkontrolliert ablaufende chemische Reaktion sorgte dann für die plötzlich auftretende starke Rauchentwicklung in der Jugendherberge. "Der Rauch verteilte sich zügig im linken Gebäudeteil, in dem sich auch die Schlafräume der Herberge befinden", sagte Wehrführer Michael Dawert. Bereits wenige Sekunden nachdem der erste Rauch aus dem Raum austrat, wurde die Brandmeldeanlage des Hauses ausgelöst. Darauf wurde von der integrierten Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Ratzeburg geschlagen.

Die zu diesem Zeitpunkt dort untergebrachten 120 Schüler, 30 Lehrer, Betreuer und Mitarbeiter waren bereits drei Minuten nach Alarm und somit noch vor dem Eintreffen der Ratzeburger Feuerwehr durch die Mitarbeiter der Herberge evakuiert. Auch eine Streifenwagenbesatzung sowie zwei Rettungswagen und ein Notarzt waren schnell zur Stelle.

"Die Schüler, die ihre Klassenfahrt hier in Ratzeburg verbrachten, waren erst die zweiten Gäste in der seit 10. September geöffneten Jugendherberge", sagte Hausleiter Stefan Wehrheim. Offiziell wird die neue Jugendherberge erst am kommenden Montag eröffnet.

Um Schadtstoff-Messungen in den verqualmten Gebäudeteilen vorzunehmen, wurde das bei der freiwilligen Feuerwehr Mölln stationierte Erkunderfahrzeug des Löschzugs Gefahrgut alarmiert. Vor allem im Nahbereich um den Standort des Eimers im Gebäude wurden durch die Spezialisten zunächst erhöhte Schadstoffwerte ermittelt. "Aus diesem Grund entschlossen wir uns in Absprache aller Verantwortlichen, den betroffenen Gebäudeteil und die dort eingerichteten Schlafräume für die Benutzung zu sperren", sagte Einsatzleiter Dawert. "Die 50 betroffenen Kinder wurden in die nur wenige Meter entfernte Turnhalle der Ruderakademie untergebracht, wo die alarmierte Betreuungsgruppe des DRK aus Schwarzenbek bereits 60 Feldbetten aufgebaut hatte", sagte der Mitarbeiter der Ordnungsabteilung der Stadt Ratzeburg, Fritz Kruse, der schnell als Ansprechpartner vor Ort war. Die anderen Schüler und Betreuer durften noch am Abend wieder in die Herberge zurückkehren.

Auch Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß war zum Einsatzort geeilt und verschaffte sich ein Überblick. Er zeigte sich sichtlich erleichtert von dem glimpflichen Verlauf des Einsatzes. "Ich bin hochzufrieden mit der geleisteten Arbeit von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei", so Rainer Voß.

Das Gebäude selbst wurde mehrere Stunden lang mit Hochdrucklüftern belüftet, um den Rauch und die Schadstoffe aus der Herberge zu bekommen.

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