Wismar : 111 Jahre alte Freya sticht in See

Mit gellenden Signalen aus der Dampfpfeife startete der nostalgische Raddampfer Freya von Wismar aus mit der ersten Fahrt in die Bucht und eröffnete damit die Saison.
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Mit gellenden Signalen aus der Dampfpfeife startete der nostalgische Raddampfer Freya von Wismar aus mit der ersten Fahrt in die Bucht und eröffnete damit die Saison.

Historische Raddampfer eröffnet in Wismar Saison für Ausflüge auf der Ostsee

svz.de von
26. März 2016, 09:00 Uhr

„Schön, dass wir wieder einmal hier sein dürfen“, sagte „Freya“-Kapitän Jörg Klokow im Alten Hafen von Wismar und machte keinen Hehl aus der guten Stimmung an Bord. Inzwischen hatte sich die Schlange der Wartenden vor dem betagten Raddampfer langsam abgebaut. Bereits wenig später signalisierte die Dampfpfeife mit gellenden Signalen die beginnende Abfahrt des Nostalgieschiffes, deren beide Schaufelräder zunächst eine Rückwärtsfahrt einleiteten.

Am Nachmittag setzte das dampfende Restaurantschiff seine Fahrt nach Rostock und weitere mecklenburgische Häfen fort. Damit gab es für Freunde dieser Art von Dampferfahrten ein Wiedersehen mit der sehr betagten Lady. Denn zum vierten Mal „schaufelte“ sich der Seitenraddampfer aus dem Jahre 1905 durch die Wismarbucht. Und dies bleibt auch weiterhin eine Einmaligkeit an der deutschen Küste. Denn die beiden Seitenräder werden noch immer durch zwei Kolben angetrieben, die unter echtem Dampf stehen. Kohle schippen muss allerdings niemand mehr, denn der Kessel wird mit Leichtöl befeuert. Der 52 Meter lange schwimmende Oldtimer hat inzwischen stolze 111 Jahre unter dem Kiel.

Als einer der letzten maritimen Zeitzeugen seiner Art nimmt er mehr als 200 Gäste mit auf besondere Erlebnistouren. Das noch gut in Schuss befindliche, technische Denkmal gilt als dienstältestes Flaggschiff der Reederei Adler-Schiffe. Viel Holz, Messingbeschläge und zwei Salonrestaurants sorgen für einen entspannenden Bordaufenthalt. Der Clou ist ein Buffet-Lift, der sich als komplettes Speisen-Arrangement samt Koch aus dem „Schiffbauch“ emporsteigend, vor den Gästen erhebt. Lange vorher hatten die „Kombüsengeister“ ein Deck tiefer das bis dahin unsichtbare „Tischlein-deck-dich“ Arrangement.

„Wir freuen uns, wieder in Wismar den Saisonauftakt starten zu können“, sagte Marita Leskau. Die Mitarbeiterin von der Reedereizentrale auf Sylt spricht bereits jetzt von sehr guten Vorbuchungszahlen, auch für die weiteren Häfen wie Rostock, Stralsund, Greifswald und Wolgast.

1905 gebaut als niederländisches Fährschiff „Westerschelde“ galt es als eines der luxuriösesten seiner Art. Dann fast 50 Jahre lang Versorgungsschiff „De Zwaan“ auf holländischen Kanälen, später sogar Flüchtlingsschiff. 1988 erfolgte dank eines Liebhabers die Rettung vor der Verschrottung. Seit 2005 ist Kiel der Heimathafen für die Reederei Adler-Schiffe mit ganzjährigem Einsatz auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Und die „Freya“ fehlt natürlich nicht bei allen großen maritimen Höhepunkten.

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