zur Navigation springen

Schwerin: Nach Unfall mit Radfahrer Konsequenzen gefordert : "Fußgängerzone stärker kontrollieren"

vom

Manja Müller sitzt der Schreck immer noch in den Gliedern. Ein paar Tage ist es jetzt her, da wurde ihre knapp zwei Jahre alte Tochter Maike in der Mecklenburgstraße am späten Vormittag von einem Fahrradfahrer erfasst.

svz.de von
erstellt am 13.Jul.2011 | 07:53 Uhr

Altstadt | Manja Müller sitzt der Schreck immer noch in den Gliedern. Ein paar Tage ist es jetzt her, da wurde ihre knapp zwei Jahre alte Tochter Maike in der Mecklenburgstraße am späten Vormittag von einem Fahrradfahrer erfasst. "Meine Tochter geriet mit einem Arm und einem Bein in die Speichen des Rades und wurde ein Stück mitgeschleift", berichtet Manja Müller. Maike habe sich eine Platz wunde zugezogen, sei im Klini kum der Landeshauptstadt operiert worden. "Es grenzt fast an ein Wunder, dass nicht mehr passiert", sagt die Mutter , die nicht nur Vorwürfe gegen den betref fenden Radfahrer erhebt. "Polizei und Stadt müssen die Fuß gängerzone stärker kontrol lieren", fordert die Schwerinerin. Auf falsch parkende Autos und Hundehaufen habe das Ordnungsamt ein waches Auge, aber Rad fahrer könnten in der Innen stadt teilweise machen, was sie wollen, so ihr persönliches Empfinden.

Dabei sprechen die Bestimmungen der Stadt für den som merlichen Fahr radverkehr in der City eine eindeutige Sprache: Bis Ende September dürfen die Mecklen burgstraße zwischen Schlossstraße und Pfaffenteich, die Pusch kinstraße zwischen Schlosstraße und Markt, die Helenenstraße und die Schmiedestraße zwischen 10 und 18 Uhr von Radlern nicht befahren werden. Im Klartext: Das Rad muss geschoben werden. Die Mecklen burg straße zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Schlossstraße und die Schlossstraße selbst könne n genutzt werden - mit Schritt geschwindigkeit wohlgemerkt.

Soweit die Theorie. Für die Einhaltung der Regeln sei aller dings die Stadt nicht zuständig, erklär t Vize-OB und Ordnungsdezernent Dr. Wolfram Frie dersdorff. "Wir dürfen uns nur um den ruhenden Verkehr kümmern." Selbstverständlich achteten die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes bei einem Rundgang durch die Fußgän gerzone auch auf Radfah rer, die sich nicht an die Vor gaben hielten. Sie könnten aber keine Verbote durchsetzen, so Frieders dorff, der den Ball der Polizei zuspielt.

"Wir tun, was in unseren Kräften steht", versichert der Leiter des Schweriner Polizeihauptreviers, Arne Wurzler. In mehr als 260 Fällen sei die Polizei in den vergangenen drei Monaten be reits eingeschritten, weil Verkehr steil nehmer bestehende Durchfahrtsverbote in der Innenstadt nicht beachtet hätten. Dabei habe es sich sowohl um Kraft- als auch um Radfahrer gehandelt. Zum konkreten Fall von Manja Müller will sich Wurzler mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht äußern. Nur so viel: Der beschuldigte Radfahrer sei 44 Jahre alt und habe sich inzwischen bei der Polizei nach dem Befinden des Kindes erkundigt.

Ausdrücklich widerspricht der Revierleiter jedoch dem Eindruck, die Schweriner City sei für Fußgänger ein besonders gefährliches Pflaster. "Im ganzen Jahr 2010 etwa gab es in der Mecklenburgstraße lediglich einen Unfall, in den ein Radfahrer und ein Fußgänger verwickelt waren", so Wurzler. Gleichwohl werde die Polizei ihre Kontrolle in der Fußgängerzone fortsetzen und Verstöße gegen Verhaltensregeln selbstverständlich ahnden.

Geschäftsleute in der Mecklenburgstraße wie beispielsweise Sabine Groth vom Schuhhaus Bode unterstützen indes die Position von Manja Müller. "Wir beobachten leider immer wieder, dass sich viele Radfahrer nicht an das Durchfahrtsverbot halten", so Groth.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen