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Polizeigewerkschaft und Verband diskutieren Thema Gewalt : Fußballvereine zur Kasse?

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MVs Fußballvereine laufen nach Ansicht des Schweriner Innenministeriums Gefahr, für Polizeieinsätze zur Kasse gebeten zu werden, wenn sie die gewalttätigen "Fans" in ihrem Umfeld nicht in den Griff bekommen.

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erstellt am 16.Jun.2011 | 07:26 Uhr

Rostock | Mecklenburg-Vorpommerns Fußballvereine laufen nach Ansicht des Schweriner Innenministeriums Gefahr, für Polizeieinsätze zur Kasse gebeten zu werden, wenn sie die gewalttätigen "Fans" in ihrem Umfeld nicht in den Griff bekommen. Zwar lehne Innenminister Lorenz Caffier (CDU) solche Maßnahmen ab, versicherte sein Staatssekretär Thomas Lenz gestern auf einer Fachtagung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und des Landesfußballverbandes (LFV) in Rostock. Allerdings wachse bundesweit der Druck aus der Bevölkerung, die nicht mehr lange bereit sei, die Polizeikosten allein aus Steuermitteln zu bezahlen.

GdP und Fußballverband halten davon allerdings nichts. Nach Auffassung von Jörg Radek, dem stellvertretenden GdP-Bundesvorsitzenden, würde sich der Staat auf diese Weise ein Armutszeugnis ausstellen. Der Sicherheitsbeauftragte des LFV, Olaf Kühl, kritisierte, gerade kleinere Vereine würden in "Sippenhaft" genommen. LFV-Präsident Joachim Masuch fürchtete um die Existenzgrundlage der Klubs, die in den meisten Fällen eine hervorragende Jugendarbeit leisteten. Gleichwohl appellierte er an deren Verantwortung. Die ehemalige Fanbeauftragte des FC Hansa Rostock machte den Vereinen Mut für den Umgang mit Problemfans. "Man kann sich seine Fans erziehen."

Masuch sah für die kommende Saison der Zweiten Fußballbundesliga unterdessen ernsthafte Probleme heraufziehen. In ihr sind neben dem FC Hansa sieben weitere Vereine vertreten, zu deren Fangruppen so genannte Ultras gehören. Unter ihnen gibt es harte Kerne, die gewalttätig oder gewaltbereit sind. Laut Polizei gehören in Mecklenburg-Vorpommern rund 450 Personen zu diesen "Problemfans" von Hansa Rostock, die immer wieder bundesweit für Randale sorgen. Der Deutsche Fußballbund (DFB) werde gegebenenfalls im Falle von massiven Ausschreitungen die entsprechenden Vereine mit zuschauerlosen "Geisterspielen" belegen, kündigte Masuch an.

Polizisten wie Vereinsvertreter forderten die normalen Fans zudem auf, sich von den gewaltbereiten Problemfans eindeutig zu distanzieren.

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