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Lokales

18. Dezember 2017 | 23:33 Uhr

Fußballer fürchten Gewalt in Schwerin

vom

svz.de von
erstellt am 18.Mai.2010 | 08:48 Uhr

Schwerin | Aus Angst vor Randalierern haben zwei namhafte Fußballklubs ihre Freundschaftsspiele bei Dynamo Schwerin abgesagt. Heute sollte im Stadion am Lambrechtsgrund eigentlich Zweitligist Energie Cottbus auflaufen, bereits am Sonnabend wollte dort Regionalligist FC Magdeburg antreten.

Die Furcht vor Prügelszenen war offenbar begründet: "Auf einschlägigen Seiten im Internet gab es sehr ernst zu nehmende Hinweise, dass zu den Spielen so genannte Fußballfans aus ganz Norddeutschland anreisen wollten, um hier ihre tief sitzenden Rivalitäten auszuleben", sagt Nico Zierke, der die beiden Freundschaftsspiele für Dynamo geplant hatte.

Bei den gewaltbereiten Chaoten soll es sich nach SVZ-Informationen um Fans von Hansa Rostock, Klubs aus Berlin, dem VfB Lübeck sowie dem FC Magdeburg selbst gehandelt haben. Die Gruppe problematischer Anhänger von Dynamo Schwerin, die wegen Gewaltausbrüchen und rechtsradikaler Gesinnung wiederholt in die Schlagzeilen gerieten, scheinen für die Spielabsagen indes nicht ausschlaggebend gewesen zu sein.

"Es ist eine Katastrophe, dass sich der Fußball nackter Gewalt beugen muss", sagt Lars Töffling, Sprecher von Energie Cottbus. "Aber wir können nicht als Versuchskaninchen für Randalierer herhalten." Bereits bei ihrem letzten Auftritt im Ostseestadion sei die Mannschaft aus der Lausitz von Teilen des Hansa-Publikums nicht gerade mit offenen Armen empfangen worden. Diese Stimmungslage dürfte sich angesichts des seit Montagabend besiegelten Abstiegs von Hansa in die Drittklassigkeit eher verschärft haben, so der Energie-Sprecher.

Dynamo-Vorstandschefin Grit Liborius hat Verständnis für die Spielabsagen: "Schon nach der Randale in Düsseldorf durch Kriminelle aus dem Hansa-Umfeld war zu befürchten, dass diese Chaoten auch unsere Freundschaftsspiele als Ventil benutzen, um ihren Frust über die sportlich ungenügende Saison der Rostocker abzulassen." Sie bedauere jedoch zutiefst, dass nun die Schweriner Fußballinteressierten unter diesen Krawallmachern leiden müssen. Gerne hätte Dynamo einem breiten Publikum einen Fußball-Leckerbissen und das modernisierte Stadion am Lam brechtsgrund präsentiert, so Liborius. Mit den Erlösen aus den Freundschaftsspielen wollte Dynamo zudem Kindern aus sozial schwachen Familien das Fußballspielen im Verein ermöglichen und die Feierlichkeiten anlässlich des 850-jährigen Stadtjubiläums am er sten Juni-Wochenende mit einer Spende unterstützen.

Daniel Meslien, der im Aufsichtsrat von Dynamo aktiv ist, hofft, dass die eigenen Problemfans aus den Spielabsagen nun Konsequenzen ziehen: "Jetzt spüren sie im eigenen Verein, wie zerstörerisch Gewalt ist."

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