Weitere Zusammenarbeit fraglich : Fußball-Vorstände im Streit

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Großer Unmut zwischen den drei großen Schweriner Fußballvereinen. Die verschiedenen Ansichten der Vereine nach einer gemeinsamen Sitzung scheinen eine weitere Zusammenarbeit unmöglich zu machen.

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15. Dezember 2010, 10:26 Uhr

Schwerin | Die jüngste Beratung von Vertretern der drei großen Schweriner Fußballvereine könnte in die Geschichte eingehen. Die drei Vereine FC Eintracht, Dynamo und SSC hatten sich getroffen, um ihre Vorstellungen zur Leistungsentwicklung im Fußball, insbesondere im Männerbereich auszutauschen. Die Moderation hatte der Vorsitzende des Fördervereins FC Mecklenburg, Hans-Dieter Oechslein, übernommen. Über den Ausgang dieses Treffens gibt es Erklärungen vom SSC und FC Eintracht, die unterschiedlicher nicht sein können. Sie zeigen aber eins: Eine weitere Zusammenarbeit scheint nicht mehr möglich.

"Die Abordnung des FC Eintracht legte ihre Vorstellung zur Bildung eines Großvereins unter dem Dach des FC Mecklenburg vor. Die drei Vereine sollten ihre Identität aufgeben und unter einer Führung alle Mannschaften und die weiteren Sportarten der Vereine zusammenfassen. Diesen Grundgedanken tragen die Vorstände des SSC und Dynamo nicht mit", heißt es in einer Pressemitteilung des Schweriner SC. "Ihnen geht es vielmehr um die Erhaltung der erfolgreichen Nachwuchsstrukturen im Fußball in der Stadt und der Konzentration der vorhandenen Kräfte im Männerbereich." Der Vorstand des Schweriner Sportclubs erklärte sich bereit, die eine Männermannschaft des FC Eintracht, die noch im Verein verblieben ist, zur Saison 2011/2012 zu übernehmen. Die 1. Mannschaften beider Vereine trainierten bereits seit Monaten zusammen und hätten gemeinsam das Potenzial, um in der Spitze der höchsten Spielklasse von MV zu spielen. "Der FC Eintracht hat es in der Hand und muss sich bis Februar 2011 entscheiden, für oder gegen eine Konzentration der Kräfte im Männerbereich."

Der Vorstand des FC Eintracht Schwerin weist diese Darstellungen des SSC und dessen Forderungen auf das Schärfste zurück. "Wir werden weder unsere Männermannschaft zum SSC geben, noch die Verbandsligalizenz zur Verfügung stellen. Das sind alles Fantasien von einzelnen Herren, die die Realitäten im Fußball verkennen. Als Kuh, die man melken will, stehen wir nicht zur Verfügung", erklärt Eintracht-Vizepräsident Silvio Horn. Der FC Eintracht arbeite bereits mit Hochdruck an seinen Planungen für die neue Saison; der Männerbereich werde bis dahin konzeptionell neu aufgestellt werden.

"Es ist schon bezeichnend, dass der Präsident eines Landesligisten über eine Pressemitteilung uns als höherklassigen Verbandsligisten auffordert, unseren Männerbereich abzumelden. Kommentieren muss man diesen Stil eigentlich nicht, es rundet aber unser Bild von der neuen Vereinsführung des SSC ab", so Horn. "Schade, denn zuvor gab es nach Jahren wieder eine gute kooperative Zusammenarbeit auf Vorstands- und Trainerebene mit dem SSC."

Horn machte deutlich, dass der FC Eintracht Schwerin seine Nachwuchsabteilung nicht vom Männerbereich abspalten werde. Es sei gerade das sportliche Konzept des Vereins, durch eigene Nachwuchsförderung hochtalentierten Spielern eine überregionale Karriere zu ermöglichen und zudem den eigenen Männerbereich zu stärken. Erst in der vergangenen Saison waren sechs Nachwuchstalente zu Profivereinen gewechselt.

Kurzfristigen Regionalliga-Ambitionen für den Männerfußball in Schwerin, wie sie der SSC verfolge, erteilt Eintracht eine Absage. Dafür sei laut Horn gegenwärtig weder das sportliche noch das wirtschaftliche Umfeld vorhanden.

"Wir hatten in guter Absicht angeboten, die Kraft der Schweriner Fußballvereine unter dem Dach des FCM zu bündeln, Männer- und Nachwuchs-Leistungsbereich und Breitensport. Wenn dies aus persönlichen Motiven einiger Vereinsvertreter nicht gewünscht ist, gehen wir unseren eigenen Weg zielstrebig weiter", sagte Horn im Namen des Eintracht-Vorstandes.


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