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Lokales

11. Dezember 2017 | 08:48 Uhr

Fusionsvertrag in Wessin besiegelt

vom

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erstellt am 23.Sep.2010 | 07:18 Uhr

Wessin | Es ist beschlossen und besiegelt: Ab 1. Januar nächsten Jahres gehört die bislang eigenständige Gemeinde Wessin zu Crivitz, die Stadt hat dann insgesamt acht Ortsteile. Am Mittwoch abend unterzeichneten die Bürgermeister beider Kommunen, Ulrich Güßmann für Crivitz und Dieter Lange für Wessin, die Gebietsänderungsverträge und siegelten die Dokumente. Eingeladen zu diesem historischen Akt waren auch die Stadt- bzw. Gemeindevertreter sowie der Landrat des Kreises Klaus-Jürgen Iredi.

Nach nur fünf Monaten waren sich beide Kommunen einig geworden. Crivitz ist für Wessin das Zentrum vor der Haustür, hatte Dieter Lange immer wieder betont. Die Stadt hält Schulen, Einkaufszentren, Krankenhaus, Amtsverwaltung vor. Entscheidend aus Sicht der Wessiner Kommunalpolitiker war aber auch dieser Fakt: Ihre Gemeinde hat wegen der drastisch gesunkenen Schlüsselzuweisungen - schon für 2010 macht das 42 000 Euro aus - keinen finanziellen Spielraum mehr. In diesem Jahr werden alle Rücklagen aufgebraucht. Daher wollen die Wessiner mit dem Fusionsvertrag im Innenministerium um finanzielle Unterstützung werben.

Auf einer Einwohnerversammlung im Juli gab die Mehrheit der Wessiner ihrer Gemeindevertretung Rückendeckung für die Fusionsverhandlungen mit Crivitz. "Wir gehen beide davon aus, dass wir vernünftige Verträge geschlossen haben ", betonte Wessins Bürgermeister auch für seinen Crivitzer Amtskollegen. Den Wessinern ist der Erhalt des Kulturhauses, dessen Dachsanierung die Finanzmisere in Wessin richtig deutlich machte, sowie die Unterstützung der Vereine wichtig. Über die Zukunft von Kindergarten und Feuerwehr wird noch mit allen Kommunalpolitikern im Amt Crivitz gesprochen. In diesen Bereichen steht ein gemeinsamer Strukturwandel an, kündigten die Bürgermeister an. Das Amt hat bereits erste Vorschläge auf den Tisch gelegt, die nun beraten werden.

Lange hatte am Mittwoch abend die Anwesenheit von Landrat Iredi genutzt, um noch einmal auf die Bedeutung eines Radwegebaus entlang der Landesstraße in Richtung Crivitz aufmerksam zu machen. "Dann könnten die Wessiner auch mit dem Fahrrad zum Einkaufen in die Stadt fahren. Auf der viel befahrenen Straße sei es ohne Radweg viel zu gefährlich, erklärte der Bürgermeister.

Die Fusion lässt die Einwohnerzahl der Stadt von derzeit 4666 auf dann 5102 Einwohner anwachsen. In der Gemeinde mit den Ortsteilen leben 436 Wessiner, Radepohler und Badegower. Das sei, so Güßmann, ein Zuwachs von 9,3 Prozent. Der Flächenzuwachs durch Wessin beträgt 1707 Hektar, die Stadt selbst verfügt über 5841 Hektar. Das ist ein Plus von knapp 30 Prozent.

Obwohl die Verhandlungen sehr sachlich und zügig vonstatten gingen, gab es währenddessen doch eine Schrecksekunde, wie es die Leitende Verwaltungsbeamtin Iris Lenk formulierte. Rein rechtlich betrachtet ist Wessin nämlich gar nicht die unmittelbare Nachbargemeinde von Crivitz. Ein winziger Zipfel an der Landesstraße in Höhe des alten Chausseehauses gehört zur Gemeinde Barnin. Fusionieren aber können immer nur unmittelbar benachbarte Orte. In dem konkreten Fall aber seien diese Gegebenheiten nicht relevant gewesen. Denn für die Einwohner ist eine direkte Verbindung zwischen beiden Orten gegeben. So habe es auch das Schweriner Innenministerium gesehen.

Eine letzte Hürde ist noch zu nehmen: Die Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Parchim muss die Fusion noch genehmigen.

Ab Januar sollen zwei Wessiner in die Crivitzer Stadtvertretung gewählt werden, die jetzige Gemeindevertretung arbeitet bis zur Kommunalwahl 2014 als Ortsteilvertretung weiter. Eine Ortsteilvertretung für Wessin, Radepohl und Badegow soll es auch über 2014 hinaus geben.

Die Fusion Crivitz-Wessin ist die dritte innerhalb des Amtes Crivitz. Im Jahre 2003 wechselte die Gemeinde Gädebehn nach Crivitz und im Jahr darauf schlossen sich Ruthenbeck und Friedrichsruhe zu einer Gemeinde zusammen, die vom Amt Crivitz verwaltet wird.

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