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Keine Einbußen für Krankenhausmitarbeiter : Fusion ist bereits auf der Zielgeraden

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Landrat Rolf Christiansen hatte in seiner jüngsten Rede vor dem Kreistag nicht umsonst der Fusion von Kreiskrankenhaus Hagenow und Stift Bethlehem auffällig viel Platz eingeräumt.

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erstellt am 24.Jun.2011 | 07:17 Uhr

Ludwigslust | Landrat Rolf Christiansen hatte in seiner jüngsten Rede vor dem Kreistag nicht umsonst der Fusion von Kreiskrankenhaus Hagenow und Stift Bethlehem auffällig viel Platz eingeräumt. Schließlich hatte es unter der Hagenower Belegschaft einige Unruhe gegeben, war vieles unklar geblieben.

Christiansen bemühte sich nun um Aufklärung. Die Fusion könne bereits im August abgeschlossen sein, Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung haben vor kurzem einen entprechenden Vertragsentwurf für eine gemeinsame GmbH einstimmig verabschiedet. Es soll eine gemeinsames Klinikum mit zwei Standorten werden, offizieller Name: "Westmecklenburg Klinikum Helene von Bülow GmbH". Sitz der neuen GmbH soll Hagenow sein. Zum Klinikum sollen mit dem Facharztzentrum Westmecklenburg, dem Krankenhausservice und der Mobilen Pflege drei 100-prozentige Töchter gehören.

Kreistag soll in Sitzung im August der Fusion zustimmen

Um das neue Haus noch vor der drohenden Kreisgebietsreform noch gründen zu können, muss der bisherige Kreistag um Zustimmung gefragt werden. Auch aus diesem Grund ist für den Monat August eine Sondersitzung des Kreistages Ludwigslust geplant.

Das neue Klinikum soll ausdrücklich Mitglied der Diakonie sein. Dafür, so Christiansen wolle man aus den kommunalen und diakonischen Wurzeln eine neues, gemeinsames Leitbild entwickeln.

Für die Kontrolle soll ein Aufsichtsrat zuständig sein, dem neben jeweils vier Vertretern beider Gesellschafter auch vier Mitarbeiter angehören werden, die zuvor durch die Mitarbeitervertretungen entsandt werden. Hier gelte das Mitarbeitervertretungsgesetz der Evangelischen Kirche. Alle Mitarbeiter werden mit ihren bisherigen Arbeitsverhältnissen übernommen. Mit Blick auf den von einigen Beteiligten seit Wochen vermuteten Kampf der Weltanschauungen, erklärte Christiansen wörtlich vor dem Kreistag in Ludwigslust: "Für die Mitarbeiter der Krankenhäuser bleibt es auch zukünftig ohne Einfluss auf ihr Arbeitsverhältnis, ob sie Mitglied der Kirche sind oder nicht. So wird insbesondere die Mitgliedschaft in der Kirche keine Einstellungsvoraussetzung sein."

Bisher nicht geklärt werden könne das zukünftige Tarifgefüge im neuen Klinikum. Es gibt nur den Grundsatzbeschluss, dass statt des kirchlichen Tarifrechtes ein Haustarifvertrag mit den Gewerkschaften vereinbart werden soll. Befürchtungen, es könnte im Hagenower Krankenhaus zu Gehaltseinbußen kommen, seien unbegründet. Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften würden zur Zeit noch laufen.

Die Schweriner Volkszeitung hatte sich wegen der komplizierten Materie und den vielen Befürchtungen in der Belegschaft auch an die Vertreter der Diakonie um eine Stellungnahme verwandt. Am Ende gab es die Einigung, dass Landrat Rolf Christiansen entsprechend der Situation eine Erklärung abgeben werde.

Letztes Hindernis scheinen nun die Tarifverhandlungen zu sein. Hier gehe es laut Christiansen nicht nur um die finanziellen Aspekte, sondern um einen Weg der Einigung, der dem Selbstverständnis von Gewerkschaft und Diakonie gleichermaßen Rechnung trage. Im Kern geht es bei der Fusion der ungleichen Häuser mit ihren 800 Beschäftigten um den Erhalt einer qualitativ hochwertigen, wohnortnahen medizinischen Versorgung der Bevölkerung im Landkreis Ludwigslust.

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