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Goldberg und Wendisch Waren handeln Bedingungen aus : Fusion in Sack und Tüten?

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Wendisch Waren und Goldberg wollen sich verbünden, derzeit werden die Konditionen geprüft und abgestimmt. Doch wird es zur geplanten Fusion am 1. Januar 2012 kommen?

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erstellt am 20.Jul.2011 | 07:17 Uhr

Goldberg/ Wendisch Waren | Wendisch Waren und Goldberg wollen sich verbünden, derzeit werden die Konditionen geprüft und abgestimmt. Doch wird es zur geplanten Fusion am 1. Januar 2012 kommen? Ende Juni stand es fest: Die vom Land beschlossene Kürzung der Schlüsselzuweisungen für kleine Dörfer unter 500 Einwohnern ist verfassungswidrig, so das Urteil des Landesverfassungsgericht in Greifswald. Demnach dürfen Kleinstkommunen bei Geldzuweisungen durch das Land nicht anders behandelt werden als größere Kommunen. Das bedeutet, dass Wendisch Waren mit seinen knapp 350 Einwohnern als eigenständige Kommune erhalten bleiben könnte.

"Wir haben den Beschluss zur Fusion gefasst, ein Programm ausgearbeitet und dies an Goldberg weitergereicht", sagt Gerhard Moeller, Bürgermeister von Wendisch Waren. Die Fusion sei beschlossen. Dennoch, räumt er ein, liege die endgültige Entscheidung über den Zusammenschluss bei den Bürgern Wendisch Warens. Diesen wird Moeller in einer Einwohnerversammlung alle Vor- und Nachteile der Fusion sowie das ausgearbeitete Programm darlegen. Dann sollen sie entscheiden, sich die Eigenständigkeit zu erhalten, oder mit Goldberg einer finanziell stabiler gestalteten Zukunft entgegen zu sehen. "Wenn man allein das Finanzielle betrachtet, dann müssen wir mit Goldberg zusammengehen", so Moeller. Wendisch Waren müsse mit Goldberg verhandeln. Denn das Dorf gebe bei einer Fusion seine Eigenständigkeit auf, gibt der Bürgermeister zu bedenken.

Noch im vergangenen Jahr, im Vorfeld der Fusionsverhandlungen, äußerte Moeller gegenüber dieser Zeitung die Hoffnung, dass das Urteil des Landesverfassungsgerichtes günstig für die Gemeinden unter 500 Einwohner ausfiele, damit Wendisch Waren weiterhin eigenständig existieren dürfe. Das Urteil steht, Moellers Entscheidung jedoch noch nicht: "Wie ich abstimme, das weiß ich noch nicht." Am 19. August muss diese Entscheidung jedoch fallen. Dann werden die Einwohner der Kleinstkommune ihre Stimme abgeben - für oder gegen die Fusion.

Im Amt Goldberg-Mildenitz werden derzeit die Wünsche der Wendisch Warener bezüglich einer Fusion genau unter die Lupe genommen. Denn es stehen noch einige Maßnahmen im Rahmen der Flurneuordnungsverfahren aus, die die Mini-Gemeinde bei der Fusion gern umgesetzt sehen würde: Darunter der Ausbau des Weges nach Neu Woosten und derjenige nach Hof Finkenwerder sowie der Ausbau des Ziegeleiweges. Auch die Straßenbeleuchtung im Mildenitzweg und die Brücke über die Mildenitz sind auf der Wunschliste. Für einen Großteil dieser Maßnahmen stehe die Finanzierung bereits, sagt Marko Kinski, Leitender Verwaltungsbeamter des Amt Goldberg-Mildenitz. Da das Innenministerium die Fusion der Zentren vor Ort mit den umliegenden Gemeinden fördere, sei den gewünschten Maßnahmen bei einer Fusion voraussichtlich Wohlwollen beschieden, so Kinski. Darüber habe man sich bereits im Vorfeld mit dem Ministerium verständigt.

Der Sorge, die Eigenständigkeit einzubüßen, tritt Kinski gelassen entgegen: Anpassungen müsse es zwar geben, jedoch wolle die Stadt Goldberg das Dorfleben vor Ort nicht beeinflussen. Keiner der Vereine solle aufgelöst, auch die Feuerwehr erhalten bleiben. "Goldberg will auf keinen Fall in die bestehenden Strukturen eingreifen", versichert Kinski.

Für die Mildenitzstadt bedeutet die Fusion mit Wendisch Waren ein Plus an 350 Einwohnern, womit die Stadt auf 3500 Einwohner anwächst und demnach auch mit einem Zuwachs an Schlüsselzuweisungen rechnen kann. Einen großen finanziellen Vorteil sieht Kinski für Goldberg allerdings nicht: "Wenn Wendisch Waren jetzt schon nicht mit seinem Geld hinkommt, wie sollen wir es dann schaffen?".

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