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Lokales

22. November 2017 | 04:45 Uhr

Für Zehnjährige kein Platz mehr im Hort

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svz.de von
erstellt am 13.Okt.2010 | 08:25 Uhr

Schwerin | 22 Millionen Euro könnte die Landeshauptstadt jährlich sparen, wenn die Kommunalpolitiker der Streichliste der Verwaltungsspitze folgen. Doch das Papier, das Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) und Finanzdezernent Dieter Niesen (SPD) vorgelegt haben, wird schon während der Diskussion immer mehr zerrissen. Jetzt machen sich ausgerechnet Linkspartei und SPD gegen den Vorschlag stark, die Hort betreuungskosten zu reduzieren.

Den Plänen zufolge sollen vom kommenden Jahr an nur noch Kinder bis zum zehnten Lebensjahr statt wie zuvor bis zum Ende der vierten Klasse in einem Hort betreut werden. Sobald ein Kind 10 wird, wäre es also vom Hort ausgeschlossen. Das würde ohnehin für einen Großteil der Viertklässler gelten, aber auch jene Kinder hart treffen, die bei der Einschulung oder danach aufgrund ihrer Entwicklung ein Jahr zurückgestellt wurden (wir berichteten).

Nach der Diskussion in der Linksfraktion habe diese diesen Sparvorschlag der Verwaltung abgelehnt, so Peter Brill, jugendhilfepolitischer Sprecher der Linksfraktion.

Das neue Kita-Gesetz legt fest, dass die Betreuung ab dem Erreichen des zehnten Lebensjahres rechtlich nicht mehr notwendig ist. Dies gehe jedoch an der Lebenswirklichkeit weit vorbei. Peter Brill, der auch Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses ist: "Vereinbarkeit von Beruf und Familie kann kein Schlagwort sein. Wenn Schwerin kinder- und familienfreundlich sein will und Förderung von Frauen und insbesondere jungen Müttern ernst meint, muss die Umsetzung dieses Vorschlages verhindert werden." Hinzu käme, dass Kinder individuell sehr verschieden in ihrer Entwicklung seien. Eine pauschale Begrenzung im Sinne des Alters eines Kindes sei daher nicht sinnvoll.

Auch die Schweriner Sozialdemokraten lehnen den Verwaltungsvorstoß ab, sagt Fraktionsvorsitzender Daniel Meslien. "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat für die Sozialdemokraten

nach wie vor höchste Priorität. Unabhängig von den von Frau Gramkow angestrebten Einsparungen werden Einschnitte bei der Kinderbetreuung von der SPD-Fraktion kategorisch abgelehnt. Kinder sind Zukunft und Eltern brauchen Sicherheit", so Meslien.

Mit dem von Sozialministerin Manuela Schwesig erarbeiteten und vom Landtag beschlossenen neuen Kindertagesstättenfördergesetz bekommt Schwerin Meslien zufolge mehr Geld. "Das sollte die Oberbürgermeisterin dringend nutzen, um die Kita- und Hort-Situation in Schwerin zu verbessern", so der Kommunalpolitiker.

Zuvor hatte die Politik bereits die beabsichtigte Schwimmhallen-Schließung ebenso kritisiert wie die geplante Streichung des Nahverkehrszuschusses für Schülerfahrkarten und Kürzungen im Kulturbereich.

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