Für Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Fred Fischer (Bildmitte) plädiert  für eine  'Sie sind uns wichtig Kultur'.  Jacques Kommer
Fred Fischer (Bildmitte) plädiert für eine "Sie sind uns wichtig Kultur". Jacques Kommer

von
04. Februar 2010, 06:33 Uhr

Wittenberge | Fred Fischer hat eine Vison. Und die erläuterte der Perleberger Bürgermeister gestern im Bürgerzentrum Wittenberge bei einem Treffen des Arbeitskreises Gesundheit und Soziales des Regionalen Wachstumskerns (RWK). Fischer forderte die Unternehmen der Region nämlich dazu auf, eine "Sie sind uns wichtig Kultur" zu etablieren. Damit gemeint sei, dass den Beschäftigten signalisiert werden müsse, dass es ihrem Arbeitgeber wichtig ist, sie als "aktives Personal" zu erhalten. Zu diesem Zweck sei es wünschenswert, durch entsprechende Rahmenbedingen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser zu ermöglichen. Dazu gehörten auch flexiblere Lösungen für die Elternzeit oder die Pflege von Angehörigen.

Die zehn im Bürgerzentrum erschienen Teilnehmer des Arbeitskreises, darunter Vertreter des Kreiskrankenhauses, des Mehrgenerationenhauses und von Kitas, meldeten aber noch weiteren Gesprächsbedarf an: Sven Steinbeck, Leiter des Ordnungsamtes Karstädt, verwies darauf, dass die Zahl der in den Kitas aufgenommenen Kinder sehr starken Schwankungen unterliege. Dies erschwere die Planung der Neueinstellungen von Fachkräften. Grund für das Problem seien die oftmals befristeten Arbeitsverträge der Eltern, die sich kurzfristig auf den Anspruch auf einen Kita-Platz auswirken würden. Zudem gäbe es generell zu wenig Fachpersonal, auch weil viele Kindergärtnerinnen, die ihre Ausbildung in der ehemaligen DDR gemacht haben, seit der Wende die staatliche Anerkennung ihrer Ausbildung verloren hätten.

Durch den Demographischen Wandel komme es zu mehr Arbeit aufgrund der pflegebedürftigen älteren Menschen, verdeutlicht Ines Cord-Kruse vom Kreiskrankenhaus ein weiteres Problem. Dafür stünde ebenfalls zu wenig Personal zur Verfügung.

Der Fachkräftemangel werde teilweise verdrängt, kritisierte Fischer und fordert mehr kulturelle und finanzielle Anreize für den Nachwuchs.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen