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Lokales

24. Oktober 2017 | 09:42 Uhr

Für Schwimmunterricht fehlt das Geld

vom

svz.de von
erstellt am 23.Sep.2010 | 07:45 Uhr

Schwaan | Weil kein Geld mehr vorhanden ist, fällt der Schwimmunterricht für Mädchen und Jungen der dritten und vierten Klassen der Schwaaner Grundschule derzeit aus. Das sorgt für Unmut bei den Eltern. Markus Jakob, Vorsitzender des Elternrates, forderte am Mittwochabend die Stadtvertreter auf, diese Entscheidung noch "einmal zu überdenken" und nach Möglichkeiten zu suchen, den Schwimmunterricht fortzuführen. Jakob übergab während der Bürgerfragestunde eine Unterschriftenliste mit der Forderung.

Hauptamtsleiter Klaus Burzlaff kann den Wunsch der Eltern nachvollziehen, sagt aber auch, dass dies eine "freiwillige Leistung" sei. Es gebe nur wenig Kommunen, die so etwas ermöglichen. Schwaan stellt seit sechs, sieben Jahren für den Schwimmunterricht Geld zur Verfügung. Zunächst fuhren die Schüler nach Kronskamp in die Schwimmhalle der Bundeswehr, jetzt nach Rostock in die Neptunschwimmhalle. "Wir hatten für 2010 genauso viel Geld für den Schwimmunterricht eingeplant wie 2009 und zwar 2400 Euro", erklärt Burzlaff. Aus dieser Summe werden weitere Unkosten z. B. für die Einschulungsfeier bestritten. Die Summe habe bisher ausgereicht. Doch allein für den Schwimmunterricht, dazu zählen die Transportkosten und die Gebühr für die Schwimmhalle, wurden bereits jetzt 3000 Euro ausgegeben. "Die Preise sind enorm gestiegen." Für die ersten und zweiten Klassen habe man eine Lösung. Dort erfolgt das Angebot nun über den Hort, der DRK-Kreisverband Bad Doberan ist Träger dieser Einrichtung.

Und das DRK geht noch einen Schritt weiter: Es organisiert jetzt auch den Schwimmunterricht für die Vorschulkinder in den beiden Kitas der Stadt. Mit dem Fahrdienst des Verbandes geht es zur Oase nach Güstrow. Der erste Schwimmtag war für Eltern, Erzieher und erst recht für die Kleinen ein aufregendes Erlebnis. Mit gemischten Gefühlen betraten die Kinder die Schwimmhalle. Neugier, Spannung und auch ein bisschen Ängstlichkeit war bei einigen zu spüren. Dass die Angst nicht überwog, dafür sorgte Schwimmlehrer Ingo Karnold. Schon nach der ersten Stunde probierten alle das große Schwimmbecken vorsichtig aus. "Ganz schön anstrengend im Wasser, hat aber Spaß gemacht", meinte Malte Herrmann. Alle Kinder freuen sich auf die nächsten zwölf Donnerstage. Und das bedeutet, ganz alleine ins Wasser zu springen und ohne Hilfe schwimmen zu können. "Die Eltern haben dieses zusätzliche Angebot sehr begrüßt", sagte Franka Hänsel, Leiterin der Kita "Warnowkrümel".

Ob es auch einen Weg für die Schüler der dritten und vierten Klasse für das zweite Schulhalbjahr geben wird? Wie eine Lösung aussehen könnte, mag Klaus Burzlaff noch nicht sagen: "Wir sprechen jetzt über den Nachtragshaushalt 2010 und über den Entwurf des Haushaltes fürdas Jahr 2011. Wir müssen sehen, was machbar ist." Vielleicht über eine Beteiligung der Eltern an den Kosten. Auch könnte man bei den Elternbeiträgen, die jährlich für Lernmittel eingefordert werden, eine bestimmte Summe für den Schwimmunterricht festschreiben, nennt Burzlaff eine andere Variante. Doch auch das müsste genau berechnet werden. Bis zu 60 Euro im Jahr zahlen Eltern gegenwärtig für Lernmittel. Man bleibe mit der Schule und dem Elternrat im Gespräch.

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