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Lokales

24. Oktober 2017 | 02:38 Uhr

Für Kreuzfahrer Reisepässe ausgestellt

vom

svz.de von
erstellt am 04.Aug.2010 | 07:26 Uhr

Warnemünde | Auf den Weg ins Ortsamt in der Vogtei haben sich gestern Inge Szymanski und Ekkehard Lenschow gemacht. "Wir wollen unsere Anwohnerparkkarte verlängern lassen", sagt die Warnemünderin, die froh ist, dass künftig wenigstens einmal in der Woche eine Sprechzeit seitens der Stadtverwaltung im Seebad angeboten wird. "Ich plädiere dafür, dass Warnemünde eine eigene Ortsverwaltung bekommt. Ob bei der Straßensanierung oder der Anlagenpflege, irgendwie scheint die Stadt Warnemünde gern zu vergessen", fügt Ekkehard Lenschow hinzu. Seine besondere Sympathie gilt den Bewohnern von Hohe Düne und Markgrafenheide, deren zuständiges Ortsamt nun ebenfalls jenes in Groß Klein ist. "Was man sich in der Stadtverwaltung oder in der Bürgerschaft dabei gedacht hat, den Menschen solche Wege zuzumuten, das wird wohl ein Rätsel bleiben."

Astrid Altenkirch hat einen neuen Reisepass beantragt. "Ich wohne gleich gegenüber vom Ortsamt. So ein kurzer Weg ist sehr praktisch. Allerdings denke ich vor allem an die älteren Menschen in Warnemünde, für die es mühselig, teils unmöglich ist, in das nun für uns zuständige Ortsamt Groß Klein zu gelangen", sagt die Warnemünderin, die in vier Wochen die neuen Reisepässe im Anbau der Vogtei abholen kann. Vor Dienstbeginn hat sich Astrid Dierkes über die Öffnungszeiten erkundigt. "Das muss ich einfach wissen, denn als Politesse werde ich immer wieder darauf angesprochen", sagt Dierkes. Richtig froh, dass es im Seebad wieder eine Sprechstunde gibt, ist Polizeihauptkommissar Reinhard Benedict. "Auch wenn ein Schild darauf hingewiesen hat, dass das Ortsamt geschlossen ist, die Leute haben trotzdem bei uns als direkte Nachbarn reingeschaut und sich über den fehlenden Service beschwert. Wir haben sie auf den August vertröstet, aber nicht wirklich an eine Außenstelle geglaubt. Umso besser, dass nun jeden Mittwoch hier eine Sprechstunde sein soll", sagt der 57-Jährige.

Ortsamtsleiter Reinhold Schmidt und zwei seiner Mitarbeiterinnen haben gestern zwischen 9 und 12 und von 13.30 bis 15 Uhr einen "regen Betrieb, aber keinen Ansturm" registriert. "Vielleicht wären noch mehr Bürger gekommen, wenn der Termin langfristig bekannt gewesen wäre", so Schmidt. Ob der Wunsch des Ortsbeirates, künftig mittwochs eine Sprechzeit bis 18 Uhr anzubieten, realisiert wird, darüber will der Amtsleiter nicht spekulieren. "Das ist eine politische Entscheidung. Da ist die Bürgerschaft gefragt. Und die wird genau schauen, ob unsere Dienstleistungen im Seebad wirklich angenommen werden. Wir müssen einen Nachweis darüber führen, wie viele Bürger unseren Service nutzen, welche Leistungen abgefragt werden", sagt Schmidt, dessen Mitarbeiterinnen speziell für ihren Seebad-Einsatz geschult worden sind. Dass das Thema Warnemünde auch ungewöhnlich sein kann, hat das Team des Ortsamts Nordwest 1 am Dienstag zu spüren bekommen. Ein Reisebus mit Kreuzfahrtpassagieren war auf dem Weg an die Küste, als plötzlich klar wurde, dass sechs der Seefahrer keinen Reisepass bei sich führten. "Ohne solch ein Dokument geht es nicht an Bord. Also haben wir innerhalb eines Nachmittags alle Formalitäten geklärt, uns mit der Heimatbehörde in Verbindung gesetzt, die uns eine Pass-Ermächtigung zukommen lassen hat. Bis 17.30 Uhr hatten alle Passagiere ihr vorläufiges Dokument und werden jetzt schöne Urlaubstage auf See genießen", so Schmidt.

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