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Lokales

18. November 2017 | 22:47 Uhr

Für freiwilligen Einsatz bestraft

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2011 | 04:17 Uhr

gallin-kuppentin | "Wie die Politik mit ehrenamtlichem Engagement umgeht, ist überaus bedenklich", klagt Holger Klukas, Bürgermeister der gut 500 Einwohner zählenden Gemeinde Gallin-Kuppentin im Amt Eldenburg Lübz, an. Schon jetzt sei es schwierig, Menschen zu finden, die sich freiwillig einsetzen. Angesichts der Tatsache, dass man ihnen zusätzlich Knüppel zwischen die Beine werfe, stelle sich die Frage, wer sich in Zukunft noch engagieren wolle. "Und das, obwohl feststeht und allgemein bekannt ist, dass vieles ohne Ehrenamtler zusammenbrechen würde", so der Bürgermeister. Von Hartz-IV-Empfängern etwa zu verlangen, auf eigene Kosten "durch die Gegend zu fahren und schon damit selbst Geld auszugeben", sei gar nicht möglich: "Der finanzielle Spielraum ist bei ihnen gleich null."

Eine unglaubliche Ungerechtigkeit sei zudem, dass man auch Aufwandsentschädigungen bei Hartz-IV-Empfängern auf die Leistungen anrechne, die sie vom Staat erhalten - sie effektiv also abziehe - während andere das Geld zusätzlich bekommen. "Ist dies so zu verstehen, dass Hartz-IV-Empfänger keine normalen Bürger dieses Staates sind, also bewusst in die zweite Reihe gestellt werden?", fragt der Bürgermeister von Gallin-Kuppentin. "Sie müssen sich zurückgesetzt fühlen - eine vom Staat gewollte Abgrenzung. Völlig egal, ob persönlich betroffen oder nicht: Zusammengefasst ist all das ein allgemeines Problem, unter dem unsere Gesellschaft leidet."

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