Für Fahrgastschiffer eine gute Saison

Reinhard Kammel mit seinem   Fahrgastschiff 'Warnow Star'  am Warnemünder Alten Strom. Der Neubau aus Holland erlebt seine zweite Saison.Georg Scharnweber
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Reinhard Kammel mit seinem Fahrgastschiff "Warnow Star" am Warnemünder Alten Strom. Der Neubau aus Holland erlebt seine zweite Saison.Georg Scharnweber

Die Fahrgastschiffer zwischen Rostock und Warnemünde sind mit dem bisherigen Verlauf der Saison zufrieden. Besonders im Juli und jetzt im August brummt das Geschäft. Schütts Blaue Flotte plant einen Neubau.

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13. August 2009, 08:46 Uhr

Rostock | "Es ging ein wenig schleppend los. Wir hatten zunächst etwa 20 Prozent weniger, sind jetzt aber auf gutem Wege", berichtet Rainer Möller, Geschäftsführer der Fahrgastschifffahrt Käpp´n Brass GmbH in Warnemünde. Seine Schiffe "Min Herzing", "Käpp´n Brass" und "Ostseebad Warnemünde" sind inzwischen bis in die Abendstunden hinein vielfach gut gebucht. Die Hanse Sail bildete einen Höhepunkt und auch die Kreuzliner erlebt hier so mancher gerne in der ersten Reihe vom Wasser aus. Die komfortable "Ostseebad Warnemünde" wurde zudem zur schwimmenden Bühne für das Theaterstück "Titanic" und für "Gnadenlos platt".

Mit dem Saisonablauf zufrieden zeigt sich auch Reinhard Kammel, der Chef der Warnow-Personenschifffahrt. Allerdings hatte er das Gefühl, dass zur Sail in Warnemünde zeitweise weniger Leute unterwegs waren als offiziell verlautbart. Erst im zweiten Dienstjahr hat er die in Holland gebaute neue "Warnow Star" in Fahrt. Zur Flotte gehören des Weiteren die "Markgrafenheide" und die kleine "Schnatermann", die Warnemünde mit dem beliebten Ausflugsziel in der Rostocker Heide und Markgrafenheide verbindet. Kammel würde für die Barkasse gerne etwas Neues bauen lassen. Das Problem sind die geringen Wassertiefen des Moorgrabens und des Radelsees, die nur einem "Flachgänger" die Passage durch das sensible Naturschutzgebiet ermöglichen.

Mit dem Oldie-Dampfer "Selene" ist Wolfgang Heckmann von Warnemünde zu Hafenrundfahrten im Einsatz. Auch dieser Betrieb sieht keinen Grund zur Klage, wie Britta Heckmann betont. Ihr Fazit: "Wir haben bislang eine gute Saison!"

"Besonders die Sail war topp und wir waren immer mittendrin", freut sich Dieter Schütt von der Blauen Flotte. Er ist heilfroh, ohne Blessuren durch das maritime Spektakel gekommen zu sein. Manch "Freizeit-Paddler" habe es den Berufschiffern nicht leicht gemacht.

Dieter Schütt führt die "Hansestadt Rostock". Das auf der Lux-Werft bei Bonn gebaute Schiff leitete 1998 die Verjüngung der Blauen Flotte ein. Zur IGA 2003 folgten dann die "Rostocker 7" vom Neffen Olaf und die "Mecklenburg" von Sohn Thomas. Oldtimer ist die inzwischen 37 Jahre alte "Kasper Ohm", die Bruder Peter führt.

Die Schiffe sind auf der so genannten Strandlinie zwischen Rostock und Warnemünde unterwegs. Versuche, das IGA-Gelände durch einen Zwischenstopp zu beleben, scheiterten. "Es gibt keinen Bedarf, nicht einmal von Gruppen", ist die Erfahrung Dieter Schütts.

Für die "Kaspar Ohm" gibt es Pläne für einen Ersatzneubau. "Wir sind mit der Werft im Gespräch", bestätigt Dieter Schütt.

In etwa vier Monaten läuft für die Fahrgastschiffer das Hauptgeschäft. Urlaub ist in dieser Zeit nicht drin. Für Ende Oktober aber haben Schütts einen Törn mit der "Aida" geplant.

Die Wurzeln der Firma Schütt reichen übrigens schon 77 Jahre zurück. 1932 hat Fritz Schütt, der Vater von Peter und Dieter, sie als Sandbootfahrer auf der Warnow begründet.

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