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Lokales

26. September 2017 | 13:05 Uhr

Für Demenzkranke soziales Netz stärken

vom

svz.de von
erstellt am 01.Jun.2010 | 08:32 Uhr

güstrow | Eine beträchtliche Zunahme der Zahl Demenzkranker in den nächsten Jahrzehnten prognostiziert die Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Michael Noske, Leiter des Güstrower Demenzzentrums "Haus Lindeneck" und Vorstandsmitglied der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, warnt: Mecklenburg-Vorpommern hat sich zum am stärksten alternden Bundesland entwickelt und werde in wenigen Jahren die älteste Bevölkerungsstruktur innerhalb der Bundesrepublik haben. Damit würde auch die Zahl an Demenz erkrankender Menschen überdurchschnittlich steigen.

Im "Haus Lindeneck" leben 118 Bewohner, die "in der Alltagskompetenz eingeschränkt" sind - so definiert der Gesetzgeber das medizinische Problem Demenz und andere Krankheiten mit ähnlichem Erscheinungsbild. Professionelle Kräfte kümmern sich z.B. in dem Heim, doch das allein werde künftig nicht reichen. "Professionelle Pflege stößt an Grenzen", sagt der Leiter. Noske plädiert deshalb für ein größeres ehrenamtliches Engagement in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens für Menschen mit Demenzerkrankung. Ehrenamtliche wie etwa Nachbarschaftshilfe spiele eine große Rolle bei der Bewältigung der Konsequenzen aus dieser Krankheit, gegen die es bisher keine geeignete medizinische Hilfe gibt. Noske: Nur wer 24 Stunden am Tag mit den Betroffenen umgeht, könne die Belastungen für die Angehörigen ermessen. Hilfe und Rat gibt es in der Einrichtung der Volkssolidarität im Güstrower St.-Jürgens-Weg.

Ebenso wichtig wie Angehörigenhilfe wäre für Noske die Bildung von Selbsthilfegruppen. Anders als in anderen Bundesländern sei ihm keine in M-V bekannt. Dabei könnten auch Menschen, wenn sie vom Beginn ihrer Krankheit merken, sich einige Zeit noch selbst helfen. Doch oft zögen sie sich zurück, ihr Bekanntenkreis, das soziales Umfeld wird kleiner. Mit dem Ergebnis, dass sich die Symptome der Krankheit noch verschärfen.

"Hier schließt sich der Kreis", sagt Noske, denn um dem entgegen zu wirken, sei Engagement in allen Bereichen des Umfeldes nötig. Ein stabiles, verlässliches Netzwerk unter verschiedenen Trägern von Selbsthilfe- und Angehörigengruppen, Pflegeheimen, Sozialstationen, Seniorenräten u.s.w. sei nötig. Jeder Betroffene oder Angehörige müsse gleich wissen, wohin er sich wenden kann.

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