zur Navigation springen
Lokales

22. November 2017 | 21:32 Uhr

Fünffache Pacht ab 2011 in Warin

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jun.2010 | 08:44 Uhr

Warin | Über 600 Euro und damit das Fünffache der bisherigen Pacht soll Hans Kaiser in Warin-Waldheim ab 2011 an die Stadt zahlen. Er gehört zu den rund 200 Pächtern, die Post vom Amt Neukloster-Warin erhalten, in der teils drastische Erhöhungen angekündigt werden.

Am höchsten fallen sie dort aus, wo die Grundstücke mit zum Hof eines Einfamilienhauses gehören. Bei diesen so genannten Arrondierungsflächen steigt die Jahrespacht pro Quadtatmeter in der Stadt und den Ortsteilen von bisher 20 Cent auf einen Euro, für Grundstücke zur Erholung von 50 auf 80 Cent und für Gartenflächen von 15 auf 20 Cent. In Kleingartenanlagen bleiben die Pachtzinsen konstant.

Die Erhöhung der Pachtzinsen hatten die Wariner Stadtvertreter im Frühjahr beschlossen. Lange sei nichts passiert, erklärte Bürgermeister Michael Ankermann. Die Höhe der Pacht stand nach seinen Worten nicht mehr im Verhältnis zum Nutzen.

Mit der jetzigen Ankündigung erhalten die Nutzer von Arrondierungsflächen zugleich das Angebot, vor der Pachterhöhung die Restflächen neben ihrem Grundstück zu kaufen.

Hans Kaiser hat das für seine Flächen bereits durchgerechnet. Die Kosten für den Kauf einschließlich einer notwendigen Vermessung wären etwa so hoch, als wenn er das Land 20 Jahre lang pachten würde.

Über Jahrzehnte konnten Anlieger in Waldheim Grundstücke am Rand einer Koppel in Richtung Glammsee kostenlos nutzen, sagt Kaiser. Da früher immer Hühner von den Höfen auf die Koppel liefen, habe die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) in den 60er-Jahren den Anliegern für die Geflügelhaltung ein Stück Land unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Damit sie es abzäunen und verhindern, dass die Hühner in die Nähe der Kühe kommen und Krankheiten übertragen. Die Anlieger teilten die zusätzlichen Flächen ab, nutzten sie als Gärten und die Hühner liefen trotzdem weiter auf die Koppel, berichtet Hans Kaiser. Erst seit ein paar Jahren verlange die Stadt von den Waldheimern eine Pacht.

Vor einem Jahrzehnt hatte die Stadt die Pacht für Arrondierungsflächen schon einmal deutlich erhöht, sagt Dieter Habl, Mitarbeiter im Amt Neukloster-Warin. Der damalige Bürgermeister Hans-Peter Gossel habe gehofft, dass viele Eigenheimbesitzer Restflächen an ihren Grundstücken erwerben, sagt Habl. Doch von dem Angebot machten nur ganz wenige Gebrauch, da die Pacht trotz deutlicher Steigerung weiter so günstig war, dass sich ein Erwerb nicht lohnte. "90 Prozent haben nicht gekauft", so Habl.

Kaufen ist für Pächter die eine Möglichkeit, der Erhöhung zuvor zu kommen. Die andere ist, den Vertrag zu kündigen. Damit rechnet Bürgermeister Ankermann aber kaum. Denn dann könnten auch Nachbarn auf der anderen Seite das Land kaufen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen