zur Navigation springen
Lokales

18. November 2017 | 13:24 Uhr

Fühler bis nach Hamburg ausgestreckt

vom

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2012 | 11:01 Uhr

"Wir können uns leider auf keine private Initiative stützen, um die Innenstadt weiterzuentwickeln", sagt Pritzwalks Bürgermeister Wolfgang Brockmann. In der Vergangenheit waren es immer Einzelne, wie z. B. Monika Gnad, die für Aktivitäten im Stadtkern sorgten. Allerdings werde die Situation nicht einfacher. "Wenn wir in zehn Jahren nicht vor Schaufenstern stehen wollen, die mit Gardinen verhangen sind, müssen wir jetzt aktiv werden", stellt Ronald Thiel klar, seit kurzem verantwortlich auch für den Bereich Stadtentwicklung in Pritzwalk.

Gemeinsam mit dem Regionalcenter der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) und der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz (WFG) möchte die Dömnitzstadt nun selbstständig ein Citymanagement auf den Weg bringen. Dabei werde es nicht nur um den Bereich der Marktstraße gehen, sondern um alle Gebäude und Ladengeschäfte im inneren Grüngürtel. Gerth Grabow, Pritz walker Vertreter in der WFG , soll sich dieser Aufgabe annehmen. "Zunächst müssen wir eine Bestandsaufnahme machen, schauen, wo Ladengeschäfte oder Wohnungen leerstehen, anschließend werden wir tätig", blickt Grabow voraus. Wichtig sei, auch die privaten Hauseigentümer ins Boot zu bekommen. "Es geht dabei auch um den demografischen Wandel. In Pritzwalk gibt es immer mehr ältere Einwohner. Da sind drei Treppenstufen in einen Laden für manchen mitunter unüberwindbar", veranschaulicht Wolfgang Brockmann die Situation.

Welche Einzelhandelsangebote man sich erhofft, ist noch offen. Aber vielleicht könnten ja Gründungswillige sogar demnächst verstärkt aus Norddeutschland nach Pritzwalk kommen. "Wir werden in den nächsten Wochen eine Präsenzstelle in Hamburg-Altona gemeinsam mit anderen Partnern eröffnen. Dort präsentieren wir dann auch die Möglichkeit, die Pritz walk bietet. Denn hier ist eine Unternehmensgründung deutlich günstiger als in Hamburg", meint WFG-Geschäftsführer Uwe Büttner.

Die Strategie fürs Citymanagement werde sich am bereits vorliegenden Einzelhandelskonzept orientieren. Dabei spielt auch das Verkehrskonzept eine Rolle, das zurzeit diskutiert werde. "Ein Punkt ist darin zum Beispiel die Abschaffung der Parkgebühren. Das wäre relativ schnell umsetzbar", verdeutlicht Brockmann. Städte wie Neuruppin machen es den Pritz walkern vor. Gerade die Abschaffung der Parkgebühren würde Monika Gnad sehr begrüßen. Denn, so die Händlerin für Damenmoden, gerade ein ablaufender Parkschein bringt manchmal viel Unruhe in ein Kundengespräch. Sie begrüßt die Initiative und erhofft sich neue Impulse in der Innenstadt. "Das heißt aber auch, dass wir als Händler selbst etwas tun müssen und nicht abwarten, dass jemand anderes für unser Wohl sorgt", so Gnad. Ronald Thiel betont, dass diese Art des Citymanagements in der Region wohl einmalig sein dürfte. Für Pritzwalk gab es keine andere Variante, weil keine Fördermittel zu Verfügung standen, wie sie beispielsweise Wittenberge in Anspruch nehmen konnte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen