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Die "Sturmmöwe" beim Eintauschen der Seenotzeichen : Frostiges Treiben in der Wismarbucht

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Holiday on Ice sieht anders aus. Das fand auch die vierköpfige Besatzung der "Sturmmöwe". Es rumpelte, knirschte und es war dazu lausig kalt, als das Seezeichenschiff des WSA seinen Liegeplatz am Tonnenhof verließ.

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erstellt am 04.Jan.2011 | 06:45 Uhr

Nordwestmecklenburg | Holiday on Ice sieht anders aus. Das fand auch die vierköpfige Besatzung der "Sturmmöwe". Es rumpelte, knirschte und es war dazu lausig kalt, als das Seezeichenschiff des Wismarer Außenbezirks des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck (WSA) noch vor Jahresende seinen Liegeplatz am Tonnenhof verließ.

Ungebremst bahnt sich der stählerne Bug den Weg durch das bereits ge brochene Eis. Ziel nach fast einstündiger Fahrt waren diesmal die Tonnenpositionen 15 und 13 nordwestlich vom Poeler Hafen Timmendorf. "Außentemperatur minus acht Grad, Wassertemperatur im Durchschnitt 0,2 Grad in der Lübecker Bucht", informiert Wolfgang Henk im gut beheiztem Brückenhaus. Zum zweiten Mal geht der Schiffsführer mit seiner Crew auf Fahrt durch die vereiste Wismarbucht. Auch ein dritter Törn ist an diesem Tag noch notwendig. Der Grund ist wie bei jedem besonderen Eiswinter stets der gleiche: Die befeuerten Seezeichen sind gegen unbeleuchtete Eistonnen zu tauschen. Denn kommt es durch Wind, Wellen und Strömung zur Überlagerung des Eises, dann drückt es den Tonnenkörper mit seinem empfindlichen Leucht-Kopf in zerstörerischer Weise unter Wasser.

Problemlos passiert das 21 Meter lange Fahrzeug mit fast zehn Knoten Fahrt die bereits aufgebrochene Fahrrinne der Bundeswasserstraße. "Im Festeis haben wir leider nicht so leichtes Spiel", sagt Henk nicht ohne Grund. In Bereichen der inneren Wismarbucht hat die eisige Schicht bereits eine Dicke von bis zu 20 Zentimetern erreicht. Inzwischen stehen Udo Wollschläger und Klaus Belger auf dem Arbeitsdeck, um die erste Tonne aufzunehmen. Indessen bedient trotz der Eiseskälte Horst Rabenhorst mit Fingerspitzengefühl den Hydraulikkran. Es ist bereits die zweite "Eiszeit" innerhalb eines Jahres für die WSA-Mitarbeiter. Doch diesmal kam es noch kälter. An jedem Tonnenkörper war erst Eis anzuklopfen. "Sonst passt der Kranhaken zum Anpicken nicht in die Öse", erklärt Udo Wollschläger. Er ist mit 60 Jahren derzeit der Dienstälteste vom Tonnenhof-Team.

Sehr schnell gefriert das von den gehobenen Tonnen ablaufende Wasser an Deck. Auch das macht die Arbeit nicht leichter. Nach knapp zweieinhalb Stunden ist dieser "eiskalte Job" erledigt. Auch die letzten fünf Seezeichen wurden getauscht. "Damit sind fast 40 beleuchtete Flachwassertonnen in Sicherheit gebracht und gegen entsprechende Eistonnen ersetzt worden", lobt Außenbezirksleiter Mario Fröhlich seine Mitarbeiter. Denn einige haben zu Gunsten des Sondereinsatzes zwischen Weihnachten und Neujahr auf ihre Freizeitabgeltung verzichtet.

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