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Ein Zentimeter Knorpel aus dem Ohr geschnitten : Friseurbesuch endet blutig

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Er wollte vor einer wichtigen Konferenz nur schnell noch den richtigen Haarschnitt. Doch da ging es dann vielleicht zu schnell – der Friseur schnitt Alfons Schneider einen Zentimeter Knorpel aus dem Ohr.

svz.de von
erstellt am 04.Mär.2011 | 10:06 Uhr

Schmarl | Er wollte sich vor einer wichtigen Konferenz nur schnell die Haare schneiden lassen. Da ahnte Alfons Schneider noch nicht, dass sein Besuch beim Salon Klinck im Rostocker Citti-Park beim Arzt enden würde. "Einen Zentimeter Knorpel hat mir die Friseurin aus dem Ohr geschnitten", sagt der empörte Kaufmann. Als Entschädigung gab es für ihn nur einen Rabatt-Gutschein über 50 Prozent. Und die verschnittene Frisur musste er auch noch bezahlen. Um einen Wundstarrkrampf zu verhindern, hat der Hausarzt ihm eine Tetanusimpfung verabreicht. Anzeige wegen Körperverletzung hat Schneider bei der Polizei bereits gestellt.

"Ich habe erst gar nicht mitbekommen, was da passiert ist", sagt Schneider. Während die Friseurin sein rechtes Seitenhaar in Form bringen wollte, sei sie mit der Schere abgerutscht. "Ohne etwas zu sagen, verschwand die junge Frau in einem hinteren Raum, kam mit Zellstoff zurück und drückte es fest auf mein Ohr", erinnert sich der Geschädigte. Dabei verspürte er einen stechenden Schmerz. Wortlos klebte die Angestellte ihrem Kunden ein Pflaster auf die Wunde und ließ ihn den vollen Preis über 10,50 Euro bezahlen. "Ich habe gar nicht gewusst, wie mir geschieht und bin gegangen", sagt Schneider.

Im Büro seiner Arbeitsstelle angekommen, kamen ihm gleich die Kolleginnen entgegen. "Sie waren völlig entgeistert über mein Aussehen", sagt er. Denn auf dem Weg zur Arbeit sei die Wunde weiter aufgerissen: "Meine ganze Jacke war rot, weil mir das Blut den Hals herunter gelaufen ist." Um einer Entzündung vorzubeugen, ging er sofort zu seinem Hausarzt, der ihn mit einer Tetanusimpfung versorgte. "Er meinte außerdem, dass an so einer Friseurschere ein ganzer Giftcocktail an Bakterien kleben würde", betont Schneider.

Anschließend ging der Kaufmann zurück zum Friseursalon. Er wollte eine Entschuldigung hören: "Die Angestellten gaben mir aber nur einen Rabatt-Gutschein. Entschuldigt haben sie sich nicht." Das ist nun zwei Tage her. Die Wunde hat sich seitdem stark entzündet. "Ich hoffe ich bekomme keine Blutvergiftung", so Schneider, der nun fast täglich in ärztlicher Behandlung ist.

Wie der Unfall geschehen konnte, ist Klinck-Filialleiterin Mandy Bockwoldt vollkommen unklar: "Die Kollegin ist eine ausgelernte Fachkraft und weiß eigentlich genau, was sie tut." So ein Unfall dürfe gar nicht erst passieren, meint Bockwoldt. Sie arbeitet seit 15 Jahren in dem Geschäft. Verletzt hat sie dabei noch niemanden. Zudem findet sie, dass ihre Mitarbeiterin falsch reagiert habe: "Sie hätte den Kunden nicht einfach gehen lassen dürfen und sich wenigstens entschuldigen müssen." Bockwoldt ist beschämt über den Vorfall und würde ihn gerne rückgängig machen. "Ich finde es grausam, was dem Mann widerfahren ist", sagt sie. In Zukunft wird sie verstärkt ein Auge auf ihre Mitarbeiter haben.


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