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Lokales

19. November 2017 | 17:01 Uhr

Frische Wäsche aus Rostock

vom

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2010 | 08:33 Uhr

Marienehe | Die Simeonsbetriebe Nord haben gestern ihr rund zwei Millionen Euro teures Logistikzentrum im Rahnstädter Weg 34 offiziell eingeweiht. Täglich werden dort rund 55 Tonnen Schmutzwäsche aus Krankenhäusern, Altenheimen und Fleischereibetrieben angeliefert. Sie werden in der Wäscherei gesäubert und anschließend wieder ausgeliefert. Dazu stehen Niederlassungsleiter Frank Stettin drei Waschstraßen mit sechs großen Schleudermaschinen zur Verfügung. Durch sie laufen jeden Tag 300 000 Wäschestücke von 5000 Bewohnern aus 27 Einrichtungen. "Hier in Rostock haben wir 240 Mitarbeiter", sagt Stettin. Dazu kommen noch einmal 42 in der Zweitniederlassung in Rendsburg sowie 70, die direkt in den Kliniken und Pflegeheimen arbeiten. Sie übernehmen vor Ort die Warenannahme und die Kommunikation bei Problemen.

Verseuchter Boden ist abgetragen

Die Simeonsbetriebe, die nach außen unter dem Namen der übergeordneten Unternehmensgruppe Sitex auftreten, haben die Wäscherei im Jahr 2006 von der insolventen Tex-Rent GmbH übernommen. Dabei erbten sie auch die noch aus DDR-Zeiten stammenden Altlasten des Grundstücks. "Insgesamt wurden mehr als 1000 Tonnen Schadstoffe entsorgt", sagt Günther Leymann vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Dabei handelte es sich um leicht flüchtigen Kohlenwasserstoff, der bis unter das Grundwasser gesunken ist und damit den Wasserhaushalt nachhaltig gestört hat. Kosten: fast 1,4 Millionen Euro. Zehn Prozent davon hat Sitex übernommen, den Rest hat das Land zugeschossen. Für die Sanierung musste eine 2800 Quadratmeter große Produktionshalle komplett abgerissen werden. "Der Boden wurde großflächig ausgetauscht, ein neues Bewässerungssystem installiert", sagt Achim Paul, Geschäftsführer von Sitex. Damit wurde im Frühherbst des vergangenen Jahres begonnen. "Während der laufenden Produktion war das für die Mitarbeiter besonders schwer", sagt Paul. Durch den strengen Winter mussten die Bauarbeiten zudem für knapp drei Monate unterbrochen werden. "Unabhängig davon haben wir die Anlage auch technisch modernisiert", so Paul. Dieser Prozess soll im kommenden Monat abgeschlossen sein.

Die Wäscherei hat seit ihrer Gründung 1957 eine bewegte Geschichte hinter sich. Im Vergleich zu DDR-Zeiten, als 850 Mitarbeiter noch 14 Tonnen Wäsche am Tag gesäubert haben, ist sie heute sehr viel leistungsfähiger. Nach der Wende wechselte das mit zeitweise mehr als 1000 Angestellten ehemals größte Dienstleistungsunternehmen Rostocks mehrfach seinen Besitzer.

Zuletzt war das Unternehmen wegen angeblicher Dumpinglöhne in die Kritik geraten. "Das ist kompletter Nonsens", sagt Paul. In Rostock verdienten die Mitarbeiter mit neun Euro in der Stunde etwa 30 Prozent mehr, als der Mindestlohn vorschreibe. Der Flächentarif Ost werde deutlich übertroffen. "Sozialdumping war nie unser Geschäft", so Paul.

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