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Lokales

20. November 2017 | 16:45 Uhr

Friedhof: Über 550 Bäume beschädigt

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2011 | 07:07 Uhr

Wittenberge | An die 550 der 4215 Bäume auf dem städtischen Friedhof sind von Eisregen und nassem Schnee beschädigt worden. "Besonders die Nadelgehölze hat es getroffen", sagt Friedhofsverwalter Reinhard Jaap. Seit 25 Jahren ist er für den Friedhof zuständig. "So eine Situation habe ich noch nicht erlebt", betont Jaap. Der "Prignitzer" begleitete ihn gestern früh zu den Mitarbeitern des Betriebshofes, die seit Tagen auf dem weiträumigen Gelände angebrochene Bäume aussägen, abgeknickte Äste aus den Kronen holen, kurz gesagt alles da tun, was die Sicherheit gewährleistet.

Bei der Einteilung seiner Kräfte hat der Stadtbetriebshof Prioritäten gesetzt. Wie Betriebsleiter Andreas Grieswald dem "Prignitzer " sagte, gehört der Friedhof dazu. Der Grund: "Wir können das Gelände für Besucher sperren und das haben wir ja auch getan, weil es derzeit sehr gefährlich, über das Areal zu gehen." Aber: "Es müssen Bestattungen stattfinden." Die Beisetzungen seien unbedingt abzusichern. Gestern fanden beispielsweise zwei Trauerfeiern statt, am Donnerstag waren es drei. "Deshalb müssen wir die Gefahrenquellen so schnell wie möglich beseitigen", sagt Jaap. Gestern früh bei dem kurzen Gang auf den Friedhof zeigt Jaap dem "Prignitzer", wie die Gefahr sich manifestiert. Lange, zum Teil armdicke Äste hängen in Baumkronen, müssen mühselig herausgeholt werden. Ganze Kronen sind ab- oder angebrochen. Auch hier muss ausgesägt werden. Der Betriebshof hat seine eigene Hubbühne im Einsatz, eine zweite dazu gemietet, "damit wir schneller sind". Das Astwerk wird an Ort und Stelle geschreddert und dann abtransportiert. "Das geht schneller, als wenn wir viele Touren mit dem Geäst fahren", fügt Frank Ganzel an und schiebt einen fünf Meter langen Douglasienast in das Schreddermaul. Die Männer balancieren über vereiste Wege und Flächen, müssen immer wieder sichere Stellplätze für ihre Technik suchen, damit sie überhaupt weiter machen können. "Wir arbeiten so schnell, wie es möglich ist", verspricht Jaap. "In den nächsten Tagen wird der Friedhof aber noch gesperrt bleiben."

Aber auch in der Stadt muss etwas getan werden, forderten in den letzten Tagen Wittenberger, die beim "Prignitzer" vorsprachen. Große Eisflächen - auch dort übrigens, wo private Eigentümer in der Pflicht sind - machen das Fahren und Laufen schwer bzw. unmöglich. Mit dem Tauen kam das Wasser. Das Eis ist spiegelblank. "Sind dem Betriebshof Salz und Sand ausgegangen?", fragt ärgerlich ein Geschäftsmann.

"Nein", sagt der Betriebshofchef. Aber der Einsatz habe keinen Zweck. Das Wasser spüle alles schnell wieder weg. Betriebshof und Helfer sind gestern einen anderen Weg gegangen. Sie haben in der Innenstadt angefangen, Eispanzer über Gullys zu knacken. Der Einsatz mit Brechstangen und Radlader soll heute laut Grieswald fortführt werden. Wo es besonders gefährlich wird, müsse notfalls die Wehr Wasser abpumpen, fügt der Betriebschef noch an. So sei es mit dem Ordnungsamt abgesprochen.

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