Freude und Ärger liegen im Winter oft dicht beieinander

So sah es vor einer Woche noch am Güstrower Bahnhof aus: Helfer des THW schaufelten Gleise und Züge frei. thw
1 von 2
So sah es vor einer Woche noch am Güstrower Bahnhof aus: Helfer des THW schaufelten Gleise und Züge frei. thw

von
07. Februar 2010, 09:08 Uhr

krakow am see/güstrow | Da wollten rührige Krakower den Winter einmal dafür nutzen, wie er wohl allen Spaß macht - und dann fiel alles ins Wasser. Jedenfalls so ähnlich. Hatten Güstrower Sport- und Geschäftsfreunde wegen des Unwetters vor Wochenfrist schon Pech mit ihrer geplanten Winterparty am Inselsee, so machte den Krakowern um Organisator Dieter Griep gar zu schönes Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die Eissport-Party am Sonnabendnachmittag, vorbereitet von Mitgliedern des Mountainbike-Vereins und Sportfreunden aus Krakow und Umgebung , musste nämlich ausfallen, weil das Eis auf dem Krakower See nicht befahr- und überhaupt kaum noch begehbar war. Unter der Last des in der Woche zusammengeschobenen Schnees, der dann aber mit dem Tauwetter heftig Wasser und damit Gewicht aufnahm, gab die Eisdecke an manchen Stellen nach. Nicht dass die mit weit mehr als 20 Zentimetern zu unsicher gewesen wäre. Aber das nun Zentimeter hoch stehende Wasser auf der Eisdecke überfror nur leicht. Damit stand nun, sobald man darauf trat, jeder frei geschobene Fleck auf dem Eis am Sonnabend im Wasser, das Vorhaben von Dieter Griep und seinen Helfern zunichte machend.

So mussten die Motorsportfreunde um Marian Kreklau unverrichteter Dinge mit ihrer Technik wieder abziehen. "Wir haben uns extra vom Staun die Genehmigung geholt, dass wir mit den Maschinen auf den See dürfen. Am Freitag hat alles noch gut geklappt. Wir wollten wieder einmal eine interessante Seite unseres Motorsports demonstrieren. Es ist ja wichtig, die Kinder und Jugendlichen an den Sport heranzuführen", erklärt der einstige Bahnsportfahrer sein Motiv und das seiner Mitstreiter. Um die 400 Leute hat Griep dann am Sonnabend gezählt, die sich das Spektakeln nicht entgehen lassen wollten. Alles war vorbereitet: die rasanten Vorführungen der Eisspeedwayfahrer, ein Schlittschuhrennen, Eisstockschießen an der Torwand… Fehlanzeige! Da blieb den Besuchern nur, sich an Glühwein- und Bratwurststand an der Seepromenade zu erwärmen.

THW-Ortsverband bilanziert 1600 Einsatzstunden

Unterdessen scheint sich die Lage zumindest auf den wichtigsten Verkehrsadern im Landkreis wieder zu normalisieren, nachdem die ganze vergangene Woche Tag und Nacht Einsatzkräfte peu à peu den Schneemassen zu Leibe rückten. Neben kommunalen Bauhöfen, Feuerwehren, Landwirten und vielen weiteren freiwilligen Helfern macht das Technische Hilfswerk seinem Namen alle Ehre. Teilweise bis an die persönlichen Belastungsgrenzen gehend, waren die Mitglieder des Güstrower Ortsverbandes dort am Schaufeln und Räumen, wo sie von Stadt und Landkreis, von Polizei und Rettungskräften, Bahn und Betrieben am dringendsten gebraucht wurden. Der Ortsbeauftragte, Mathias Safhöfer: " Ich möchte besonders den Partnern und Familien der Helfer für ihr Verständnis sowie den Arbeitgebern für die immer unkomplizierte Freistellung danken."

Immerhin rund 1600 Einsatzstunden an über 20 Orten forderten "Daisy" und "Keziban" und deren Folgen den 30 Güstrower Einsatzkräften ab, bilanziert Safhöfer. Der THW-Ortsverband habe besonders mit seiner schweren Räumtechnik punkten können. Aber ebenso mit mobilen Generatoren, wo es zu Stromausfällen kam, oder mit heißen Getränken und Decken, auf die vom Schnee eingeschlossene Autofahrer sehnsüchtig warteten. Bei aller Technik sei aber das wichtigste Pfund nicht zu vergessen, so Safhöfer: die "Manpower".

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen