Steinhagen : Freude über Regen zum großen Fest

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Kühe, die über 10 000 Liter Milch geben, Bierschaum auf Lippen, Ketschup auf der Bockwurst. Das alles und noch viel mehr erlebten mehr als 500 Gäste am Sonnabend auf der Milchviehanlage in Steinhagen.

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15. Mai 2011, 08:30 Uhr

Steinhagen | Strahlender Sonnenschein, viele Autos am Straßenrand, unzählige Blumen, die von Hand zu Hand gehen, surrende Kameras, aufflackernde Blitze von kleinen Fotoapparaten, bunte Girlanden an der Decke, Kuhfladen auf Beton, weiße Milch in braunem Kaffee, Kuchen mit frischen Erdbeeren, herzliche Umarmungen von Menschen, die sich lange nicht gesehen haben, Blasmusik, Schweine am Spieß, Softeis in Waffelbechern, perlender Sekt, schäumendes Bier, gelber Orangensaft, grüne Mützen mit der Aufschrift Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog, Kinder auf den Armen ihrer Väter, ein langer gelber Zettel mit einem Gedicht für den Gastgeber, Stimmengewirr im großen Festzelt, zuschlagende Türen, als der Sturm aufkommt, Freude über Regen, der aufs Dach prasselt, Blasmusiker, die Schutz suchen, grüne Luftballons, Schwarzweißfotos aus längst vergangener Zeit, Tränen der Freude und der Rührungen, Worte, die im Halse stecken bleiben, Kühe, die über 10 000 Liter Milch geben, Bierschaum auf Lippen, Ketschup auf der Bockwurst, Paare, die sich im Kreis drehen ...

Das alles und noch viel mehr erlebten mehr als 500 Gäste am Sonnabend auf dem Gelände der Milchviehanlage in Steinhagen. 1976 ging sie in Betrieb, nachdem man drei Jahre zuvor mit den Planungen begonnen hatte. Erster Leiter der 2000er-Anlage war Herrmann Krey. Er freute sich mit allen, die gekommen waren, dass er diesen Tag miterleben durfte. Denn keiner wusste, was mit der Wende aus dieser großen Anlage wird. "Ich hätte das so nicht hinbekommen. Das ist ein Verdienst von Klaus Griepentrog und den Mitarbeitern." Zu denen, die von Anfang an mit dabei sind, gehören Hannelore Prechtl und Jürgen Krischik. Hannelore Prechtl begann einst in der Wäschekammer, als die Kleidung der einst 200 Mitarbeiter noch im Betreib gereinigt wurde. Später, nach der Wende wurde sie Kälberpflegerin. Heute ist sie nun Treiberin, führt die Tiere zum Melkkarussell, kümmert sich um die Sauberkeit der Liegeplätze. "Ich fühle mich hier einfach wohl. Hier gibt es noch ein Miteinander", sagt Prechtl. "So sieht leistungsfähige Landwirtschaft aus, wenn alle mitziehen", sagt Jürgen Krischik, der von Anfang an als Klauenpfleger in Steinhagen tätig ist. Er sei stolz auf die Anlage, der als Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog die Wende gemeistert hat. Betreibe erhalten, Arbeitsplätze erhalten und damit auch jungen Leuten hier vor Ort eine Chance zum Hierbleiben bieten, das sei immer das Anliegen des Betriebes gewesen, sagte Klaus Griepentrog. In zwanzig Jahren seien 20 Millionen Euro investiert worden, davon nur 500 000 Euro Fördermitteln. "Investitionen, von den auch Firmen hier vor Ort profitiert haben", so der Steinhagener Unternehmer. Schon jetzt stehen die Söhne Silvio und Andy bereit, um gemeinsam mit den 60 Mitarbeitern die Geschichte fortzuschreiben.

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