Freizeitvergnügen für Familien billiger

Mehr Freizeitspaß in Schwerin für Vater, Mutter, Kind, Oma und Opa zum Schnäppchenpreis - das soll ein Familienpass möglich machen. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow legte gestern dazu ein Konzept vor, das ein noch härteres Kriterium erfüllen musste: Er darf die Stadt nichts kosten. Immerhin 40 Gutscheine sind im ersten Anlauf zusammengekommen. Einige Wünsche blieben aber unerfüllt.

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04. November 2009, 11:55 Uhr

Schwerin | Um das Zauberwort "Familienfreundlichkeit" mit mehr Leben zu zu füllen, gab die Stadtvertretung der Verwaltung im Februar den Auftrag, die Erstellung eines so genannten Familienpasses zu prüfen. In Neubrandenburg funktioniere der bereits sehr gut, ließen die Politiker der CDU-Fraktion vernehmen, die den Stein ins Rollen brachten. Das Coupon-System, das dort genutzt wird, könne als positives Beispiel dienen. Der Haken an dem Auftrag: Den strapazierten Schweriner Haushalt darf der Familienpass nicht belasten.

Unter Federführung der Oberbürgermeisterin ging die Verwaltung gut ein halbes Jahr Klinken putzen. Herausgekommen sind 40 Angebote, die Angelika Gramkow selbst bescheiden "einen Anfang" nennt. Dominierend sind Aktivitäten für Familien mit kleinen Kindern - allein für 14 Coupons zeichnet die Kita gGmbH verantwortlich. Darunter ein Gutschein für Musikalische Früherziehung oder Teilnahme am Spielcafé mit Babys und Kleinkindern. Mit von der Partie sind u.a. noch die Naturschutzstation Zippendorf, die Dreescher Werkstätten, die Zukunftswerkstatt, das Jugendwerk "Die Insel", IB, Schule der Künste, das belasso-Freizeitzentrum, Zoo und Nahverkehr.

"Eine Schwierigkeit war, dass viele Einrichtungen wie Museum, Theater, Kino oder Zoo schon lange Familienvergünstigungen haben, die wir nicht als spezielles Familienpass-Angebot aufnehmen können", erklärt Gramkow. Ein zweites Problem sei in diesem Jahr die allgemeine Zurückhaltung von Sponsoren. "Wir hätten uns beispielsweise gewünscht, dass Gastronomen ein Familien-Essen stiften, bei für das Kind nicht bezahlt werden muss", so Gramkow. Dass es solche Offerten im ersten Schweriner Familienpass wohl nicht geben wird, findet sie zwar schade, bleibt aber dennoch optimistisch: "Ich bin überzeugt, dass im nächsten Jahr mehr mitmachen."

Wenn die Stadtvertreter das jetzt präsentierte Konzept beschließen, könnte der Familienpass im Frühjahr vorliegen. Zugute kommen soll er allen Familien mit Hauptwohnsitz in Schwerin, dazu zählen auch Alleinerziehende oder Pflege eltern. Ausgegeben wird er im Bürgerbüro und ist grundsätzlich übertragbar - zum Beispiel auf die Großeltern, wenn sie mit ihrem Enkelkind etwas unternehmen möchten.

8094 Haushalte mit Kindern gibt es aktuell in Schwerin, die Erstauflage des Familienpasses soll 4000 Exemplare betragen. "Damit orientieren wir uns an den Erfahrungen Neubrandenburgs, wo rund ein Drittel aller Haushalte mit Kind sich einen Familienpass abholt", sagt die Oberbürgermeisterin.

Da aber auch der Druck die Stadt nichts kosten darf - diese Kosten sind mit knapp 2000 Euro veranschlagt - könnte auf de Familien eine Pass-Gebühr von 50 Cent zukommen, so Gramkow. Es sei denn, es findet sich noch ein Sponsor.

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