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Lokales

22. November 2017 | 12:19 Uhr

Freie Leitungen für erneuerbaren Strom

vom

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2010 | 08:47 Uhr

Neustadt-Glewe | Das Energieunternehmen Wemag hat gestern mit einer Feier einen neuen Knotenpunkt für die Hochspannungsversorgung Westmecklenburgs in Betrieb genommen. Das neue Umspannwerk hat mit neuer Leitungstrasse nach Spornitz gut elf Millonen Euro gekostet und soll vor allem helfen, die aus der Region eingespeiste Energie zuverlässig aufzunehmen und abzuleiten. Zugleich soll das hochmoderne Werk, in dem die Spannung von 110 KV auf 20 Kilovolt transformiert wird die Versorgungssicherheit in der Region zwischen Parchim und Ludwigslust sichern. Das neue Umspannwerk, das in zwei Jahren errichtet wurde, befindet sich im Gewerbegebiet am Brenzer Kanal. Fast in Wurfweite zu den Transformatoren liegt der neue Solarpark Brenz, der über eine Leistung von sieben Megawatt verfügt.

Zusammen mit der 5,6 Kilometer langen Hochspannungsleitung, die den Anschluss an das 110-KV-Netz sichert, ist damit ein Teil eines neuen Hochspanungsversorgungssystemes geschaffen worden. Dieses Netz ist auch dringend nötig, denn die Sitaution im Stromnetz des Landes ist schon jetzt mehr als prekär. An 163 Tagen im vorigen Jahr, das machte der Vertreter des Wirtschaftsministeriums gestern deutlich, habe sich im Land der Stromfluss vom klassischen Versorger zum Verbraucher umgekehrt. Anders formuliert, es gibt viel zu wenige hochkarätige Stromverbraucher im Land und immer mehr Produzenten. Mecklenburg-Vorpommern wusste also an 163 Tagen nicht wohin mit seinem vielen Strom. Die Wemag muss sich, wie alle Energieunternehmen auch, folglich Gedanken machen, wie der Strom abgeleitet werden kann. Das Werk in Neustadt-Glewe ist ein Teil des neuen Stromsystems im Land. Das alte 110-KV-Netz, das noch zu beachtlichen Teilen aus den 1930er-Jahren stammt, kann diese Aufgabe nur bedingt bewältigen. Zumal die Zahl der Öko-Stromlieferanten und die Leistung derer Anlagen weiter rasant steigt.

Nicht umsonst waren die Techniker gestern ganz stolz auf die Leistung der hochmodernen Anlage. Die gasisolierte Hochspannungsschalt-Anlage der Rostocker Siemens-Niederlassung ist der letzte Schrei der Technik und benötigt auch nur die Hälfte der sonst üblichen Fläche.

Die zweite Seite der Medaille. Erst vor wenigen Tagen hat die Wemag eine Erhöhung der Strompreise in zwei Schritten bis April 2011 um zehn Prozent angekündigt. Hauptursache sind die Kosten des Ökostromes.

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