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Lokales

21. September 2017 | 16:19 Uhr

Freibrief für Falschparker

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erstellt am 21.Okt.2010 | 06:47 Uhr

Schwerin | Parkrowdys nerven Anwohner in fast allen Ortsteilen der Stadt. Auch bei der ersten gemeinsamen Sitzung der Ortsbeiräte Großer Dreesch, Neu Zippendorf, Mueßer Holz, Zippendorf und Mueß wurden zahlreiche Beispiele für lästiges und zum Teil gefährliches Falschparken genannt - von der Blechlawine am Zippendorfer Strand an Sommerwochenenden bis zu zugestellten Hinterhöfen und Feuerwehrzufahrten abends auf dem Dreesch. Wo bleiben die Knöllchenverteiler in solchen Situationen, fragten die Ortsbeiräte und forderten unisono mehr "Be streifung", wie es im Amtsdeutsch heißt. Doch da raus wird wohl nichts, machten Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow und Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann klar - personell sei einfach nicht viel mehr drin als bisher. Obwohl der Kommunale Ordnungsdienst zum November endlich aufgestockt werden soll - von jetzt 20 auf 30 Mitarbeiter. Da sie aber nur im Team auf Streife gehen - aus Sicherheitsgründen und wegen des nötigen Vier-Augen-Prinzips bei der Feststellung von Ordnungswidrigkeiten - reduziert sich die Zahl schnell auf 15.

Selbst gebastelte Knöllchen hinterm Scheibenwischer

"Gearbeitet wird von Montag bis Sonnabend jeweils in zwei Schichten", erklärte Gabriele Kaufmann. Bleiben also parallel sieben Teams, die nicht nur die Falschparker in der ganzen Stadt ahnden, sondern auch Hundehalter und Raucher beim Entsorgen ihrer Abfälle beobachten sollen und für die Einhaltung des Jugendschutzes sowie die Baubegleitung zuständig sind. "Auch wir wünschen uns mehr Präsenz des Ordnungsdienstes, aber das ist angesichts der Gesamtsituation der Stadt ausgeschlossen", brachte es OB Angelika Gramkow auf den Punkt. Neben enttäuschten Gesichtern gab es aus den Reihen der Ortsbeiräte aber auch Alternativ-Vorschläge: Falschparker beherzt ansprechen oder ihnen ein selbst gebasteltes Knöllchen mit der Aufschrift: "Beim nächsten Mal rufe ich den Ordnungsdienst" hinter den Scheibenwischer klemmen. Denn auf Anfrage komme der Ordnungsdienst wenn möglich in jeden Stadtteil, so Kaufmann.

"Selbst zu den Leuten hinzugehen, hilft tatsächlich", berichtete Christian Schneider, Ortsbeirat aus Zippendorf, der diese Methode nicht nur bei Rasern und Falschparkern, sondern auch schon bei jugendlichen Ruhestörern am Strand angewendet hat. "Ich musste mich zwar anpöbeln lassen, aber irgendwann hat es gewirkt. Wir haben jetzt meistens Ruhe am See."

Die Zukunft der Wohnungslosenunterkunft und der leer stehenden Schulen und Kitas auf dem Dreesch waren weitere Tagesordnungspunkte, über die die Stadtverwaltung die Beiräte informierte: "Wir haben für die Wohnungslosenunterkunft noch einmal Standorte geprüft, werden sie in Kürze in der Dezernentenrunde beraten und dann mit den Ortsbeiräten sprechen", fasste Angelika Gramkow knapp zusammen.

Marode Kita-Gebäude werden abgerissen

Schuldezernent Dieter Niesen konnte berichten, dass die Kitas in der Pescer und in der Gagarin-Straße nach dem Freizug abgerissen werden sollen, ebenso die Berufliche Schule in der Ziolkowskistraße. Das Gebäude der Gesundheitsschule in der Engelsstraße soll nach dem Umzug der Einrichtung in die Dr.-Hans-Wolf-Straße erhalten bleiben und als Ausweichquartier dienen.

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