Freibier für Fußballfans

<strong>Gewinnt heute Abend </strong>Deutschland, gibt es für die Fans auf der Freilichtbühne Freibier.<foto>Reinhard Klawitter</foto>
Gewinnt heute Abend Deutschland, gibt es für die Fans auf der Freilichtbühne Freibier.Reinhard Klawitter

svz.de von
06. Juli 2010, 08:58 Uhr

Ostorf | Zum Public Viewing auf der Freilichtbühne erwartet Veranstalter Mathias Wölk heute Abend wieder mehrere tausend begeisterte Fußballfans, wenn im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft die deutsche Nationalmannschaft auf Spanien trifft. Bei einem Sieg und damit dem Einzug der Deutschen ins Finale soll kräftig gefeiert werden: Wölk spendiert dann Freibier für alle. Das soll gleichzeitig ein Dankeschön an die treuen Fans sein, die zu den öffentlichen Übertragungen der Spiele auf die Freilichtbühne gekommen sind. "Wenn wir im Finale stehen, gibt es zum Endspiel am Sonntag nochmals Freibier", verspricht der Veranstalter, "auch wenn wir nicht Weltmeister werden".

Gerade wegen der Superstimmung bei den ersten Übertragungen der deutschen Spiele treffe es ihn hart, wenn es öffentliche Kritik an seiner Preisgestaltung gibt, sagt der Schweriner. "Ich zocke keinen ab. Ich habe schließlich einen Ruf zu verlieren", sagt Wölk, der mit seiner Firma Wölk Event unter anderem auch den Schweriner Weihnachtsmarkt ausrichtet. Gerne hätte er wie zur Fußball-Europameisterschaft vor zwei Jahren auch die Weltmeisterschaft kostenfrei für die Besucher gezeigt. "Aber durch die 850-Jahrfeier Schwerins und die große Unterstützung auch der Unternehmer dafür war es einfach nicht mehr möglich, Sponsoren für das Public Viewing zu finden", erklärt Wölk.

Der Veranstalter lässt SVZ in die Rechnungen blicken: 20 000 Euro müsse er als Miete für die Freilichtbühne zahlen. In anderen Städten sei man den Veranstaltern des Public Viewing beim Preis entgegengekommen oder er sei ganz weggefallen - auch hier in Mecklenburg-Vorpommern, sagt Wölk. Für den Sicherheitsdienst der acht Übertragungen auf der Freilichtbühne werden nochmals 20 000 Euro fällig. Die Videowand inklusive der Technik kostet 50 000 Euro. Für Strom, Wasser und Abwasser fallen rund 3000 Euro an, die gleiche Summe berechnet Wölk für die Müllentsorgung. Ebenfalls 3000 Euro kalkuliert der Veranstalter für seine Büro- und Personalkosten. Hinzu kämen letztlich noch Ausgaben für zusätzliche Absperrungen sowie Sondernutzungsgebühren wie beispielsweise die Schankrechte. Akribisch achtet Wölk deshalb aus Kostengründen darauf, weder vor noch nach dem Spiel Musik zu spielen: "Sonst müsste ich auch noch Gema-Gebühren bezahlen", erklärt Wölk. "Wir haben kalkuliert, dass sich bei einem Eintrittspreis von drei Euro bis zum Viertelfinale die Kosten decken lassen", berichtet Wölk. "Durch die hervorragenden Leistungen der deutschen Mannschaft zeigen wir nun die Spiele bis zum Finale. Dadurch verlängern sich unsere Mietausgaben, beispielsweise für die Videotechnik. Das haben wir von Anfang an mit eingerechnet und von vornherein gesagt, dass vom Viertelfinale an der Eintritt fünf Euro kostet."

Bei den Getränkepreisen habe er keine Änderungen vorgenommen, betont der Unternehmer. 0,4 Liter Bier kosten nach wie vor drei Euro, der halbe Liter Wasser 2,50 Euro. Das sei marktüblich. Zum Vergleich: Der halbe Liter Wasser kostet auf der Berliner Fanmeile, wo dank Sponsoren kein Eintrittspreis fällig wird, seit Monatsbeginn zwei Euro. Zuvor waren drei Euro zu berappen. Im Leipziger Zentralstadion kostet der Eintritt ebenfalls fünf Euro. Für 0,4 Liter Bier zahlt der Fußballfan in Leipzig 2,50 Euro.

"Hätte ich die Freilichtbühne kostenfrei bekommen, wäre der Eintrittspreis niedriger", gibt Wölk unumwunden zu. Mit Sponsoring hätte es sogar kostenfrei für den Fußballfan sein können. In Stralsund hat beispielsweise die dortige Brauerei die Kosten übernommen. In Hamburg heißt das Heiligengeistfeld für die Zeit des Public Viewing "Hyundai Fanpark" - so guckt der Fußballfan von der Alster, ohne dafür zu bezahlen.

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