Frau aus Flammen gerettet

Schaulustig:  Passanten bleiben am nächsten Morgen vor dem  Haus stehen. Die  Feuerwehr arbeitet noch. chrw
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Schaulustig: Passanten bleiben am nächsten Morgen vor dem Haus stehen. Die Feuerwehr arbeitet noch. chrw

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15. Februar 2011, 07:53 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | In der Nacht zu gestern hat die Rostocker Feuerwehr eine 66 Jahre alte Frau aus den Flammen ihres Hauses gerettet. Der Brand, der gegen 4 Uhr ausgebrochen war, hat das Mehrfamilienhaus in der Leonhardstraße 7 unbewohnbar gemacht. Die Polizei ermittelt jetzt wegen Brandstiftung - zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit. Denn erst vor drei Monaten hatte es im selben Haus nach einem Brandanschlag ein Feuer gegeben.

Gestern Nacht gehen kurz nach 4 Uhr bei der Rostocker Polizei und Feuerwehr mehrere Notrufe ein: Das untere Geschoss eines Wohnhauses mitten in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt brennt. Wenige Minuten später ist die Feuerwehr mit 17 Fahrzeugen und 47 Leuten vor Ort: Keller und Erdgeschoss des unsanierten Altbaus brennen lichterloh, Flammen schlagen aus der Eingangstür. Im dritten Stock steht eine Frau am Fenster und schreit um Hilfe. Die Feuerwehrleute haben aber Mühe, durch das Haus zu ihr zu gelangen, denn auch das Treppenhaus steht bereits in Flammen. Es gelingt der Feuerwehr nicht, bis in den dritten Stock zu kommen. Mit einer Drehleiter können sie die 66-Jährige von außen retten. Mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung wird sie ins Krankenhaus gebracht.

"Das Schlimme für uns war, dass wir nicht durchkamen", sagt Feuerwehrsprecherin Monika Klaus. Denn die Bewohnerin, der das Haus auch gehört, hatte offenbar über Jahre Müll angesammelt, auf den vier Etagen und im gesamten Treppenhaus verteilt. "Der Müll hat so sehr gebrannt, dass kurz darauf das gesamte Haus bis hoch zum Dach in Flammen stand", so Klaus. Auch als die Feuerwehr mehr als zwei Stunden später das Feuer gelöscht hat, flammen immer wieder kleinere Glutnester auf. "Der Müll hat die Hitze enorm gespeichert", so die Feuerwehrsprecherin.

Die 66-Jährige, die gerade noch gerettet werden konnte, wohnte allein in dem Haus. "Darüber hinaus kamen keine weiteren Personen zu Schaden", sagt Yvonne Burand, Sprecherin der Polizeidirektion Rostock. Brandermittler und Sachverständige, die das Haus gestern Mittag untersucht haben, schließen einen technischen Defekt aus. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Erst in der Nacht zum 22. November 2010 hatte es eine Brandstiftung in diesem Wohnhaus gegeben. "Damals hatten die Täter ein Kellerfenster eingeschlagen und Kohlen in Brand gesetzt", so Burand.

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