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Lokales

24. August 2017 | 05:14 Uhr

Fraktionen fordern Tempolimit für A 19

vom

Rostock | Tempo runter für weniger Lärm: Mehrere Fraktionen der Bürgerschaft wollen auf der A 19 zwischen dem Autobahnkreuz Rostock und Überseehafen Geschwindigkeit 130 in beide Richtungen einführen. Der seit knapp zwei Jahren existierenden "Bürgerinitiative Pro Lärmschutz" geht das nicht weit genug. "Wir begrüßen das, sehen aber nur eine Schutzwand als zielführend an", sagt Sprecher Dirk Schumacher.

Dr. Brigitte Preuß, Leiterin des Amts für Umweltschutz, verweist in diesem Zusammenhang auf eine neue Landes-Förderrichtlinie für Lärmanlagen an Autobahnen. Das Verkehrsministerium wird darüber in der kommenden Woche in Schwerin informieren. Für die rund 80 Mitglieder von Pro Lärmschutz aus Neuendorf, Neu Roggentin, Roggentin und Kassebohm geht es aber nicht allein um die Autobahn. "Bei uns liegt auch die B 110 vor der Tür", sagt Schumacher. Gutachten sagen für die kommenden Jahre eine stärkere Nutzung der umliegenden Straßen voraus - wegen der wachsenden Gewerbegebiete und dem Verkehrskonzept der Hansestadt. "Dem zufolge sollen die Autoströme in die Region abfließen", sagt Schumacher.

Stärkere Kritik übt er aber am Verhalten der Straßenbauämter. Alle Argumente seien ohne Gegenvorschläge beiseite geschoben worden. Denn die Ämter nähmen immer nur einen isolierten Teil des Problems wahr. "Keiner guckt mal alles zusammen an", sagt Schumacher. Dabei werde das Problem erst deutlich, wenn alle Straßen und die damit verbundenen Auswirkungen einbezogen würden. Neben Gesundheitsbelastungen wie Stress oder Schlafstörungen habe das Verkehrswachstum auch Folgen für die Häuser. Die Erschütterungen führten zu Rissen in den Wänden, Häuser an der Strasse seien nahezu unverkäuflich.

Die Chancen auf einen Lärmschutzwall sieht Schumacher gemischt. Dabei seien die Voraussetzungen eigentlich gegeben: Der Bund hat im vergangenen Jahr das "Nationale Verkehrslärmschutzpaket II" aufgelegt, in dem er 1,5 Milliarden Euro für entsprechende Projekte zur Verfügung stellt. "Wir müssen unsere Politiker motivieren, dass wir in solche Projekte reinkommen", sagt Schumacher.

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erstellt am 26.Sep.2010 | 05:54 Uhr

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