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Lokales

20. Oktober 2017 | 20:00 Uhr

Forscher in Warnemünde geehrt

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erstellt am 15.Jun.2011 | 08:00 Uhr

Warnemünde | Beim gestrigen Innovationskongress 2011 im Technologiepark Warnemünde sind gleich zu Beginn erstmals Projektideen zum Forschungsfonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet worden. Insgesamt wurden 103 Anträge eingereicht, 19 hat der Vergaberat mit 6,7 Millionen Euro gefördert.

"Wenn wir unser Bundesland voranbringen wollen, müssen wir auf wissenschaftliche Spitzenleistungen und auf ihre praxisnahe Anwendbarkeit in neuen Verfahren und Produkten setzen", sagt Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Er sieht Forschung und Entwicklung als entscheidenden Schlüssel zu mehr wirtschaftlichem Wachstum. Dazu müssen die Infrastruktur weiter ausgebaut und die Löhne müssen angepasst werden. "Als Niedriglohnland hat MV dauerhaft keine Chance, Spitzenkräfte zu halten", sagt der Ministerpräsident. Denn die Stärke von Rostock und MV ist das Vorhandensein von vielen exzellenten Wissenschaftlern, die sich manchmal in ihrem Tun und Forschen auch Vernetzen innerhalb übergreifender Fachgebiete. Solche Beispiele fanden sich unter den Preisträgern. Wissenschaftler des Leibniz-Institutes für Ostseeforschung (IOW) wollen gemeinsam mit Wissenschaftlern des Institutes für Biomedizintechnik der Universität forschen. Sie haben vom Bundesminsterium für Bildung und Forschung die Anschaffung eines 3,5 Millionen Euro teuren Gerätes finanziert bekommen. Dieses Massenspektrometer - genannt Nano-Sims - ist das erste seiner Art im Ostseeraum. Deutschlandweit gibt es davon drei, weltweit 20. Die Gruppe Wissenschaftler um Dr. Maren Voß vom IOW, Prof. Dr. Katrin Sternberg, Prof. Klaus-Peter Schmitz und Dr. Volkmar Senz vom Institut für Biomedizintechnik der Universität warten mit Spannung darauf, dieses neue Gerät nutzen zu können. Die Fähigkeit des Nano-Sims, Proben in etwa 100 000-facher Vergrößerung zu zeigen und zugleich die Verteilung und Konzentration von Elementen in einer Zelle darzustellen, eröffnet völlig neue wissenschaftliche Dimensionen bei der Erforschung von Organismen. Biologen können zum Beispiel in Zellen hineinsehen und heraus finden, welche Stoffe wo aufgenommen werden. "Es ist so spannend, neue Wege zu gehen", sagt Privatdozentin Dr. Voß. Gerade auch im Bereich der Implantate tun sich dadurch viele neue Möglichkeiten auf.

Neben Projekten aus den Bereichen der Medizin wurden auch welche geehrt, die aus der Technik, Naturwissenschaften, Informatik, Agrar und Umwelt sowie Geisteswissenschaften stammen. Sie waren inhaltlich kontrasteich. Beispielsweise aus den Geisteswissenschaften wurde das Digitale Archiv des Rostocker Liederbuches von Prof. Franz-Josef Holznagel berücksichtigt. Die Digitalisierung dieses Liederbuches ein entscheidendes Dokument für die Kulturgeschichte MV wie der Geschichte der niederdeutschen Sprache und Literatur. Seit 2006 gibt es eine Arbeitsgruppe, die das Rostocker Liederbuch in einer neuen Ausgabe zugänglich machen will. Dabei werden alle Texte udn Melodien nach aktuellen wissenschaftlichen Standards neu editiert, übersetzt, kommentiert und geschichtlich systematisch eingeordnet werden. Für dieses Projekt gab es vom Forschungsfonds 230 000 Euro. Im Anschluss an die Preisverleihung startete der eigentliche Innovationskongress.

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